Syrien - ein zerstörtes Land

Acht Jahre Krieg haben der Gesellschaft in Syrien tiefe Wunden und dem Land teils irreversible Schäden zugefügt. Hunderttausende Menschen wurden verletzt, getötet oder schwer traumatisiert. Viele Orte liegen in Trümmern. Die Hälfte der Bevölkerung ist aus ihren Heimatorten geflüchtet. Ohne Sicherheit und Perspektiven will die Mehrheit der Flüchtlinge auch nicht zurück kehren. 

Berichte über Waffenruhen und erste Wiederaufbau-Maßnahmen in einigen Regionen sollten nicht darüber hinweg täuschen, dass Gewalt, Not und Vertreibung in Syrien weiterhin an der Tagesordnung sind. 2018 registrierten die Vereinten Nationen die bisher größte Zahl an besonders schweren Menschenrechtsverletzungen, von denen Kindern betroffen waren. 

Auch dort, wo nicht mehr gekämpft wird, lauern für Kinder viele Gefahren - zum Beispiel durch Minen und Blindgänger. Jeden Tag kommt es zu Unfällen. Die Räumung wird Jahre dauern.

 

Leben in Ruinen und in Armut

Etwa fünf Millionen Syrer leben derzeit in Ruinen, Notunterkünften oder ohne festes Dach über dem Kopf. Viele müssen ihren Alltag ohne Strom, Heizung oder fließendes Wasser bewältigen, denn auch die öffentliche Infrastruktur ist schwer beschädigt. 

Junge Menschen, die noch im Land sind, finden kaum Arbeit, weil die Wirtschaft am Boden liegt. Armut und Versorgungslücken sind aber vor allem für allein stehende Mütter mit Kindern, alte, behinderte und kranke Menschen ein großes Problem. Humanitäre Hilfe ist für sie oft eine Frage von Leben und Tod. 

Syrische Helfer nehmen große Risiken auf sich, um die Not zu lindern. Ohne sie könnten internationale Hilfsorganisationen kaum etwas erreichen. Dennoch müssen viele Einrichtungen mit einem Minimum an Personal und Ausrüstung arbeiten. Viele Fachkräfte haben das Land verlassen.

 

World Vision in Syrien und den Nachbarländern aktiv

Seit März 2013 leistet World Vision Hilfe für notleidende Menschen in Syrien. In den Nachbarländern Jordanien, Libanon und Irak unterstützen wir sowohl geflüchtete Syrerinnen und Syrer als auch die Aufnahme-Gemeinden. Projekte in der Türkei wurden im vergangenen Jahr abgeschlossen.

Ein wesentliches Ziel des Einsatzes in Syrien ist es die prekäre Lage von Binnenflüchtlingen zu verbessern. In der Region Nord-Aleppo hat ein Projekt beispielsweise rund 16.200 Frauen, Männer und Kinder unterstützt, die in unfertigen Gebäuden oder anderen Notunterkünften leben. Sie erhielten eine Grundaustattung mit Matratzen, Decken, Hygiene-Artikeln und Moskitonetzen. Außerdem wurde über ein Krankenhaus die Versorgung hilfsbedürftiger Kranker mit Medikamenten unterstützt. Hierfür wurden Spenden an "Aktion Deutschland Hilft" eingesetzt. 

In anderen Projekten mit Partnern wie dem BMZ geht es darum, die Lebensbedingungen in besonders vom Krieg  geschädigten Orten zu verbessern und damit auch die Resilienz der Bevölkerung zu stärken. Hierfür werden beispielsweise Unterkünfte geschaffen, Anlagen zur Wasserversorgung und Abwasser-Entsorgung funktionstüchtig gemacht und sanitäre Einrichtungen an Schulen instand gesetzt. Außerdem werden gesundheitsfördernde Dienstleistungen wie Untersuchungen und Geburtshilfen gefördert. World Vision unterstützt auch die Müllentsorgung, die inzwischen zu einem großen Problem geworden ist.

Geflüchtete Kinder und Jugendliche erhalten durch World Vision unter anderem gesunde Schulmahlzeiten, aber auch Förderung in Schule, Sport und Ausbildung sowie Möglichkeiten zu gemeinsamen Aktivitäten mit der Jugend des Gastgeber-Landes. Solche Angebote leisten einen Beitrag dazu, die jungen Menschen zu stärken und zu schützen.