Kindersoldat; Ansicht von hinten

Ehemalige Kindersoldaten im Südsudan

Ihre Reintegration ist möglich

Nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg zwischen dem Norden und dem Süden des Sudans erlangte der Südsudan 2011 die Unabhängigkeit. Mittlerweile muss das jüngste Land der Erde jedoch als gescheiterter Staat bezeichnet werden: Grundleistungen wie Gesundheitsversorgung oder Bildung werden nicht bereitgestellt, es gibt massive Gewalt von staatlichen und nichtstaatlichen militärischen Gruppen. Die Rekrutierung von Kindern ist dabei an der Tagesordnung.

Internationale und nationale Organisationen arbeiten gleichzeitig daran, Kindersoldaten zu demobilisieren und zurück ins Leben zu holen. In sogenannten „Interim Care Centers“ werden von den Milizen freigelassene Kinder vorübergehend aufgenommen und erhalten umfassende Betreuung. Es sind sichere Orte, in denen sie langsam lernen, einfach wieder Kind zu sein und in die Zukunft zu schauen.

Sichere Häfen für befreite Kindersoldaten

World Vision Südsudan verantwortet zwei Betreuungszentren. In jedem können bis zu 150 Mädchen und 150 Jungen wohnen, bis sie zurück zur eigenen Familie oder zu einer Pflegefamilie ziehen. Zusammen mit den Kindern leben in den Zentren auch sogenannte „matrons“ und „patrons“. Wie Gasteltern betreuen und versorgen diese die Kinder.

Zusätzlich arbeiten dort 18 Sozialarbeiter an der Reintegration der Kinder und kümmern sich um deren Bedürfnisse. Da einige Kinder nicht nur eine psychosoziale Betreuung, sondern eine spezialisierte Therapie benötigen, arbeitet World Vision im Südsudan eng mit der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ zusammen.

Individuelle Betreuung und Wiedereingliederung für ehemalige Kindersoldaten

Die Kinder, die in Yambio am Reintegrationsprojekt von World Vision teilnehmen, erhalten dort Lese- und Rechenunterricht. Sie haben außerdem die Möglichkeit, eine Ausbildung als Schneider, Tischler, Maurer, Elektriker, Klempner oder in der Metallverarbeitung zu machen. Die Kinder entscheiden zusammen mit ihren Betreuern, welche Ausbildung ihnen am besten liegt. Nach dem Unterricht können sie spielen und ein soziales Leben führen. Im Zentrum erhalten die Kinder dafür spezifisch angeleitete Sport- und Freizeitangebote.

Im Februar 2018 wurden 629 Kinder demobilisiert. In Partnerschaft mit UNICEF, der sogenannten National Disarmament Demobilisation and Reintegration Commission sowie dem Bildungsministerium des Landes hat World Vision Südsudan die Reintegration von 311 dieser Kinder übernommen. Bereits 68 von ihnen wurden inzwischen erfolgreich reintegriert und leben wieder bei ihren Familien.