Wirkungsbeobachtung im Feld

Wirkungsbeobachtung bei World Vision

Wirkunsgbeobachtung ist Teil eines gemeinschaftlichen Prozesses - von Anfang an sind die Bewohner in die Planung, Durchführung und Bewertung von Projektmaßnahmen miteinbezogen. Die gemeinsamen Erfolge wären aber nicht möglich ohne die Unterstützer unserer Projekte. Vielen Dank für Ihre Hilfe und Ihr Vertrauen!

Was ist Wirkung?

Wir verstehen Wirkungen als alle durch die Maßnahmen ausgelösten, beabsichtigten wie nicht beabsichtigten, positiven wie negativen, mittel- und langfristigen Effekte in den Regional-Entwicklungsprojekten. Ein gebauter Brunnen ist daher noch keine Wirkung, erst wenn der Brunnen in Betrieb ist, genutzt wird und so langfristig zum Beispiel die Durchfallrate bei Kindern zurückgegangen ist, kann von einer Wirkung gesprochen werden.

Das lässt sich am Beispiel einer Schulung für Lehrkräfte, eine Bildungsmaßnahme von World Vision, verdeutlichen. Die Annahme lautet, dass die Lehrkräfte durch Schulungen neue Kompetenzen lernen, diese anwenden und so dazu beitragen, dass Kinder lesen und schreiben können. Eine erfolgreich durchgeführte Schulung kann potenziell auch negative Wirkungen verursachen.

So muss die Möglichkeit bedacht werden, dass die nun besser qualifizierten Lehrkräfte die Projektregion verlassen könnten, weil sie sich außerhalb der Projektregion bessere Verdienstmöglichkeiten erhoffen. Auch könnte es sein, dass die Lehrkräfte ihr neues Wissen im Unterricht nicht anwenden. All dies würde sich darauf auswirken, wie viele Kinder am Ende der Projektlaufzeit Lese- und Schreibfertigkeiten entwickelt haben. Im Rahmen der Projektplanung wird versucht, mögliche negative Wirkungen bereits zu bedenken und ihnen entgegenzuwirken. Zudem ist es wichtig, mögliche negative Auswirkungen unserer Arbeit im weiteren Verlauf des Projektes zu beobachten und gegebenenfalls gegenzusteuern.

Wirkung

Warum ist Wirkungsbeobachtung wichtig?

  1. Wir wollen Wissen über die Funktionsweise und Wirksamkeit der Maßnahmen erhalten.
  2. Die Reflektion über Veränderungen soll Lernprozesse vor allem bei den Zielgruppen und Partnern, aber auch bei World Vision, fördern. Auch soll das Gelernte Anpassungen in den laufenden Projekten ermöglichen.
  3. Wirkungsbeobachtung soll helfen, Rechenschaft gegenüber der Zielbevölkerung, den Gebern, Spendern und der Öffentlichkeit abzulegen.
  4. Die Handlungsfähigkeit von Partnern und Zielgruppen soll gestärkt werden. Je intensiver die Akteure in Datenerhebungs- und Analyseprozesse eingebunden sind, desto mehr werden sie zur Gestaltung ihres eigenen Umfelds befähigt. 

Wirkungsmessung bei World Vision

Die Entscheidung, ob und wo World Vision ein Projekt beginnt, wird auf der Grundlage eines sogenannten Assessments getroffen. Hierbei wird geprüft, ob die Voraussetzungen für die Durchführung eines Projektes erfüllt sind. So wird zum Beispiel die aktuelle Situation bezüglich des Wohlbefindens von Kindern analysiert, um die Notwendigkeit eines Projektes und Prioritäten festzustellen. Auch wird geschaut, welche Akteure sich aktuell in der Region für das Wohl von Kindern einsetzen und inwieweit World Vision diese in ihrer Arbeit unterstützen kann.

Als nächster Schritt beginnt die Planungsphase zusammen mit den für das Projekt relevanten lokalen Akteuren. In diesem Prozess werden die Projektziele, Maßnahmen und Indikatoren vereinbart. Letztere sollen erlauben, den Fortschritt der Projektaktivitäten und Wirkungen zu beobachten. Bevor die Projektumsetzung beginnt, wird anhand der vereinbarten Indikatoren die Ausgangslage erhoben. Nach einem in der Planung vereinbarten Zeitrahmen wird in der Regel eine Evaluation durchgeführt.

Auf Erfahrungen aufbauen: So funktioniert Wirkungsmessung

Für die wichtigsten Bereiche, in denen wir arbeiten, wie zum Beispiel Bildung, Gesundheit und Ernährung sowie Kinderschutz, hat World Vision auf Basis der Erfahrungen und Expertise der bisherigen Arbeit Projektmodelle inklusive Wirkungshypothesen erstellt. Diese Modelle legen dar, wie die gewünschten Wirkungen erreicht werden können und welche Faktoren bei der Umsetzung zu berücksichtigen sind. Für die erwarteten Leistungen und angestrebten Wirkungen werden sogenannte Indikatoren festgelegt. Diese sollen Hinweise darauf geben, ob die geplanten Aktivitäten durchgeführt wurden und die erwarteten Wirkungen eingetreten sind.

Um Daten zu erheben, die den Beitrag der Maßnahmen zu messbaren Veränderungen in einem Projekt darlegen, werden die mit unseren Projektpartnern (lokale Akteure wie Komitees, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, Kirchen, staatliche Behörden) vereinbarten Wirkungshypothesen durch Monitoring und Evaluationen geprüft. Hierzu eignen sich viele qualitative Datenerhebungsmethoden, die erlauben darzustellen, inwieweit Projektaktivitäten zu Veränderungen beitragen.