Burundi

„Twiteho Amagara“ oder „Pass auf unsere Gesundheit auf!“ in Cankuzo, Mwaro, Ruyigi und Rutana

Logo Europäisches Amt für ZUsammenarbeit

Finanziert von:

Das Europäische Amt für Zusammenarbeit (EuropeAid) ist für die Gestaltung und Umsetzung der europäischen Entwicklungszusammenarbeit verantwortlich. EuropeAid stellt u. a. Nichtregierungsorganisationen Projektmittel über offene Ausschreibungsverfahren bereit. World Vision Deutschland konnte so auch weiterhin erfolgreich öffentliche Mittel einwerben und für die Entwicklungsarbeit nutzen.

EuropeAid: Projektunterstützung in Burundi

Projektzeitraum:

Juni 2019 - Juni 2022

Land:

Burundi

Finanzvolumen:

9.949.999,60 Euro (davon 9.452.499,60 Euro von der Europäischen Union, 95.520,83 Euro von Christian Aid, 401.979,17 Euro aus Eigenmitteln von World Vision)

Projektbeschreibung:

In Burundi sind sowohl die Müttersterblichkeit (392 Todesfälle für 100 000 Lebendgeburten) als auch die Kindersterblichkeit sehr hoch (78 Todesfälle für 1 000 Lebendgeburten). Die Hauptgründe für die Kindersterblichkeit sind Malaria, akute Atemwegsinfektionen, Durchfall und Unterernährung, für die Müttersterblichkeit hauptsächlich Blutungen, Bluthochdruck, Infektionen, Aborte und schwierige Geburten. Laut EDS (Enquête Démographique et de Santé) nehmen 47% der schwangeren Frauen alle vier Vorsorgeuntersuchungen während ihrer Schwangerschaft wahr. Nur 51% Frauen werden innerhalb von 48 Stunden nach der Geburt von einem medizinisch geschulten Personal versorgt. Die Fruchtbarkeitsrate ist sehr hoch mit 5,5 Kindern pro Frau und nur 29% verhüten. 27% der Kinder unter 5 Jahre erkranken an Malaria und nur 40% der Kinder schlafen unter einem Moskitonetz. Das Gesundheitswesen kämpft mit vielen Herausforderungen:

  • Verwaltung: Die Gesundheitseinrichtungen und ihre Verwaltung sind schwer verschuldet, kämpfen mit praktischen Herausforderungen und dem Mangel an Ressourcen.
  • Finanzierung: Die öffentlichen Gelder für Gesundheit überschreiten nicht 4% des BIP und selbst da wird noch das nationale Budget für Gesundheit drastisch reduziert.
  • Medikamente: Selbst die wichtigsten Medikamente sind oft nicht verfügbar in den Lagerbeständen.
  • Gesundheitsinformationen und Daten: Trotz mancher Fortschritte gibt es immer noch Schwächen im kommunalen Informationssystem für Gesundheit und die vorhandenen Daten sind mangelhaft.
  • Ungerechte Verteilung des Personals im Gesundheitswesen: In den Städten findet man eine hohe Konzentration an medizinischem Personal, dafür besteht ein großer Mangel im ländlichen Raum.
  • Dienstleistungserbringung: Die Erkrankungsrate für Malaria ist 54,86%.

Ziele und Inhalte des Projekts:

Das Projekt greift verschiedene Probleme im Bereich der Gesundheitsdienstleistungen auf, angefangen von der geringen Nachfrage zur Inanspruchnahme und Verfügbarkeit von Gesundheitsdienstleistungen guter Qualität. Insbesondere geht es um die Gesundheit von Müttern und Kindern, die sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie die Vorbeugung von Seuchen und medizinische Versorgung im Fall von Seuchen und Katastrophen. Dabei sollen mit zugrunde liegende Ursachen wie kulturelle, Gender-, religiöse und soziale Barrieren angesprochen werden. Folgende Resultate sollen erreicht werden:

  1. Der Prozentsatz der Bevölkerung in den Zielregionen mit Zugang zu einem Gesundheitssystem mit Dienstleistungen in besserer Qualität nimmt zu sowie die Zufriedenheit über die erhaltene medizinische Versorgung.
  2. Der Zugang zu qualitativ hochwertigen und holistischen Programmen im Bereich sexueller und reproduktiver Gesundheit ist für die Bevölkerung generell gestärkt, insbesondere aber für Jugendliche, Teenager (Mädchen und Jungen) und Frauen.
  3. Die Kapazität des Gesundheitssystems, auf eine Notstandssituation der öffentlichen Gesundheit angemessen zu antworten oder eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung im Falle einer humanitären Situation anzubieten, ist gestärkt.

Die Aktion wurde unter dem Lead von WV geplant mit der Beteiligung des Konsortiumpartners Christian Aid (CA) sowie der lokalen Partner wie COPED (Conseil pour l’Education et le Développement – Rat für Bildung und Entwicklung), IADH (Initiative d’Appui au Développement Humain durable - Initiative zur Unterstützung einer nachhaltigen Entwicklung des Menschen), ABUBEF (Association Burundaise pour le Bien-Etre Familial – Burundischer Verein für das Familienwohlergehen) und RCBIF (Réseau des Confessions religieuses pour la promotion de la santé et le Bien-être Intégral de la Famille – Netzwerk der religiösen Gemeinschaften für die Förderung der Gesundheit und des Wohlergehen der Familie) für die Durchführung des Projektes.

Eine schnelle Evaluierung der Bedürfnisse und eine Umfeldanalyse wurden im Mai 2018 durchgeführt, um das Konzept zu erstellen und die Beteiligung der Behörden und Empfänger zu gewährleisten. Zusätzlich wurden Gespräche mit Ansprechpartner des Gesundheitsministerium (Ministère de la Santé Publique et de la Lutte contre le Sida – Ministerium für die öffentliche Gesundheit und den Kampf gegen AIDS) auf zentraler Ebene, mit verantwortlichen Ärzten auf Provinzebene sowie auf unteren Ebenen geführt, um in der Planung des Projektes die verschiedenen Prioritäten und Aktionspläne einzuarbeiten.

An wen richtet sich die Hilfe?

Direkte Zielgruppe des Projektes sind 823.904 Menschen, davon 568.329 Frauen und 255.575 Männer.

Das sind:

  • 293.458 Kinder unter 5 Jahre, davon 149.666 Mädchen und 143.792 Jungen
  • 388.544 Frauen und Mädchen im gebärfähigen Alter (15 bis 49 Jahre)
  • 206.743 Teenager und Jugendliche (10 bis 24 Jahre), davon 105.439 Frauen und 101.304 Männer
  • 1.356 Personen, die im Gesundheitswesen tätig sind, davon 542 Frauen und 814 Männer.

Indirekt soll das Projekt aber über eine Dauer von 36 Monaten der ganzen Bevölkerung zugute kommen, insgesamt 1.639.428 Menschen (davon 836.108 Frauen und 803.320 Männer).