Bildung und Entwicklungsförderung in den ersten Lebensjahren

Lernen ist ein lebenslanger Prozess, der bereits bei der Geburt beginnt. In der frühen Kindheit werden außerdem die Grundlagen für gesundes Wachstum, für die körperliche und geistige Entwicklung und damit auch für die Lernfähigkeit gelegt. Deshalb ist es sehr wichtig, dass alle Kinder schon in den ersten Lebensjahren gut gefördert werden.   

World Vision hilft Familien und Gemeinden dabei, die Altersgruppe der Kleinkinder und Vorschulkinder in einem sicheren Umfeld ganzheitlich zu fördern.

Unsere Programme zur frühkindlichen Förderung und Erziehung begleiten Kinder vom Mutterleib bis zum Übergang in die Grundschule. Der ganzheitliche Ansatz unterstützt sowohl eine gute Ernährung und Betreuung der Kinder, als auch die volle Entwicklung ihrer kognitiven, motorischen, kommunikativen und sozial-emotionalen Fähigkeiten. Durch gute Einbeziehung des Umfelds möchten wir auch die Beziehung der Kinder zu ihren Familien stärken und Benachteiligungen entgegen wirken.

frühkindliche Bildung bei World Vision - Mädchen spielt im Kindergarten

Jedes Kind braucht hochwertige Förderung

Anders als der Besuch der Grundschule ist die frühkindliche Förderung in vielen Ländern noch kaum staatlich unterstützt. Das wirkt sich besonders in ländlichen Regionen und für einkommensschwache Familien negativ aus. Kindergärten werden oft in Privatinitiative eingerichtet, und es fehlen entweder die Mittel für gut ausgebildete Erzieher und Lernmaterialien, oder die Träger verlangen Gebühren, die arme Familien nicht bezahlen können.  Bis zum Jahr 2030 sollen alle Staaten jedoch laut dem globalen Aktionsplan für Bildung mindestens ein Jahr kostenloser und hochwertiger Vorschulerziehung für alle Kinder bereit stellen. 

Während Reformen der Bildungspolitik allmählich Gestalt annehmen,  unterstützt World Vision bereits in armen Regionen oder Wohnvierteln sowohl Lernmöglichkeiten der Kinder zuhause als auch den Zugang zu hochwertiger Erziehung und Betreuung in Kindergärten und Vorschulen. 

Besonders in der frühkindlichen Förderung müssen verschiedene Ansätze gut ineinander greifen. Bei Regierungen setzen wir uns daher unter anderem für eine gute Abstimmung unter den Ministerien für Bildung, Gesundheit, Familien und Ernährung ein.

Projektmodelle

Die Kernelemente unserer Projektmodelle für frühkindliche Bildung und Entwicklung sind:

1. Erweiterte Lernmöglichkeiten:

 
Eine anregende Förderung der Kinder zu Hause und in Gruppen wird unterstützt. Hierfür werden Lernmaterialien zugänglich gemacht, Eltern und Ehrenamtliche erhalten Fortbildungen, lokale und regionale Entscheidungsträger werden zur Förderung animiert.

2. Lokale Netzwerke für Bildung: 


Bewusstseinsbildung, Entwicklung von Aktionsplänen, Zusammenarbeit mit relevanten Partnerorganisationen, Einbindung in lokale Budgetverhandlungen.
 

3. Frühkindliche Entwicklungszentren und Vorschulen:


ErzieherInnen und HilfslehrerInnen aus der Bevölkerung werden geschult, die Einrichtungen mit relevanten Lernmaterialien ausgestattet, in der Muttersprache werden vorbereitende Fähigkeiten für das Lesen und Schreiben vermittelt.

 

Ein Programm im Hochland von Peru liefert ein Beispiel für den integrierten Ansatz. Trainierte Mütter aus den Dorfgemeinschaften machen Hausbesuche bei schwangeren Frauen und Familien mit Kleinkindern. In Frühförderzentren, die von World Vision und lokalen Partnern etabliert wurden,  erhalten Eltern und Erziehende pädagogische Anregungen und werden bei Aktivitäten mit den Kleinsten angeleitet. 3-bis 5jährige Mädchen und Jungen werden von ausgebildeten ErzieherInnen betreut.