World Vision setzt sich für gute Kinderschutz-Systeme in Osteuropa ein

Kinderschutz-Index - Neues Instrument zur Durchsetzung von Kinderrechten

Index überprüft Politik und Praxis in 9 Ländern

Brüssel/ Friedrichsdorf, 28. September 2016. 

Die Kinderhilfsorganisation World Vision und das Kinderschutz-Netzwerk ChildPact stellen heute in Brüssel den Kinderschutz-Index vor. Dieses neue Instrument überprüft Politik und Praxis zur Beendigung von Kindesmisshandlung, Kinderhandel, Kinderarbeit, Diskriminierungen und anderen Verletzungen von Kinderrechten. Auch eine engere Zusammenarbeit zwischen Regierungen und mit nicht-staatlichen Akteuren im Kinderschutz wird damit gefördert. 

“Der Index verifiziert den Bedarf an Maßnahmen und die Lücken in Kinderschutz-Systemen“, erklärt Conny Lenneberg, Regionaldirektorin bei World Vision für Osteuropa und den Nahen Osten. „Es ist oft schwierig für Regierungen,  zivile Organisationen und ebenso für Geber über Prioritäten und nächste Schritte zu entscheiden. Unser von Experten entwickeltes Produkt erleichtert ihnen solche Entscheidungen,  durch seine Systematik und vergleichbare Daten.   Es ermöglicht auch eine bessere Kontrolle, ob Programme effektiv sind. Ein Mangel an Reformen würde bedeuten, dass weiterhin viele Kinder traumatische Erfahrungen machen, die wir bei unseren eigenen Kindern nie erleben möchten.“

World Vision hat das erste Pilotprojekt zum Index gemeinsam mit Kinderschutz-Koalitionen in 9 Ländern in Südosteuropa und im Süd-Kaukasus entwickelt. Beteiligt waren Albanien, Armenien, Bulgarien, Bosnien & Herzegovina, Georgien, Kosovo, Moldavien, Rumänien und Serbien. Diese Länder verbindet ein post-kommunistisches Erbe im Umgang mit gefährdeten oder misshandelten Kindern.  Sie haben jedoch alle die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert und sich damit auch zu Reformen bekannt. Diese Reformen werden von der EU unterstützt. Die nicht-staatlichen Kinderschutz-Koalitionen wünschten sich ein Instrument, um möglichst effektive Maßnahmen zur Gewaltprävention durchsetzen zu können. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert den Index und seine Anwendung in vier Ländern.

„Mit dem Index wollen wir dazu beitragen, dass Differenzen zwischen Politik und Praxis sichtbar werden und verschiedene Kinderschutz-Akteure nach gleichen Prinzipien zusammen arbeiten“,  sagt Jocelyn Penner, Policy-Direktorin bei World Vision. Grundlage der Messungen sind 600 Indikatoren, die sich am System-Ansatz der UN-Kinderrechte  orientieren. World Vision koordinierte die Entwicklung, ChildPact die Messungen.

Es ist geplant den Kinderschutz-Index regelmäßig zu aktualisieren und dabei jeweils herauszustellen, inwieweit wichtige Reformen eingeführt wurden oder ob im Gegenteil der Reformprozess in den Ländern stagniert. „Wir sind entschlossen, die Ergebnisse des Index nachzuverfolgen und alles dafür zu tun, dass Reformen vorangetrieben werden, die das Leben von hunderttausenden und möglichweise noch mehr Mädchen und Jungen in unserer Region verändern“, betont ChildPact-Präsidentin Mariana Ianachevici.

Die Ergebnisse der Messungen des Kinderschutz-Index 2016 finden Sie auf dieser Webseite: 
http://2016.childprotectionindex.org/