Kinder im Tschad formen ein Herz

SKala-Initiative von Unternehmerin Susanne Klatten fördert Projekt von World Vision im Tschad mit über 2 Millionen Euro

Sauberes Wasser, Schutz und Bildung für die ärmsten Kinder
Author: IrisManner  | 
3. August 2018
Author: IrisManner
World Vision verschafft vielen Kindern im Tschad Zugang zu sauberem Wasser.

Im Kinderzentrum hat Zara nach Todesangst wieder lachen gelernt

Eine wichtige Maßnahme ist der Schutz von Kindern. So wurden Kinderbetreuungszentren errichtet, in denen Kinder sicher sind, über ihre schrecklichen Erlebnisse mit geschulten Erwachsenen reden können und in einem geschützten Umfeld spielen und lernen können.

"Das World Vision Kinderschutzprojekt unterstützt Familien und Kinder auch dabei, sich der Gefahren bewusst zu werden, denen Kinder ausgesetzt sind", sagt Fidele Nindagiye, World Vision Spezialistin für Kinderschutz in Notsituationen. "Indem sie diese kennen, sind die Familien in der Lage, sie zu verhindern. Kinder sind während eines Konflikts am stärksten gefährdet und einige von ihnen wurden Opfer von Missbräuchen wie früher Verheiratung und von Vergewaltigungen. Wir sind für diese Kinder da, hören ihnen zu und beraten sie“, sagt Nindagiye. 

Die siebenjährige Zara erinnert sich gut daran, als sie mit ihren Eltern nach Selia kam, doch die Bilder der Gräueltaten, die sie gesehen hat, lassen sie nicht los. "Ich habe immer noch Angst, dass sie [Boko Haram] jederzeit wiederkommen werden, um uns zu quälen, zu entführen und unser Dorf zu verbrennen", sagt Zara Ali. "Wenn ich meine Augen schließe, sehe ich wieder und wieder, wie Freunde und Bekannte ermordet und verstümmelt wurden, wie sie verzweifelt um Hilfe rufen, als man sie verschleppt hat.“ Zara besucht jetzt regelmäßig das Kinderzentrum in der Region. „Ich kann jetzt wieder lachen und habe viele neue Freunde gefunden“, sagt sie.

Vergessene Krise um den Tschadsee hat die Armut verschärft

Die Krise im Tschad wird in den Medien kaum noch erwähnt und Hilfsgelder gibt es kaum noch. Seit 2015 ist auch das Gebiet des Tschadsees im Tschad von terroristischen Angriffen der Boko Haram betroffen. Wiederholte Übergriffe und Drohungen führen immer wieder zu neuen Vertreibungen der Menschen,  die in der Seenregion und auf den benachbarten Inseln in Nigeria und Niger leben. In der Region Lac im Westen des Tschad leben 127.838 Binnenvertriebene, 51.000 Rückkehrende und 9.494 Flüchtlinge (UN-OCHA 2018), die vor Angriffen der Boko Haram aus ihren Heimatdörfern geflohen sind. Viele von ihnen leben unter katastrophalen Bedingungen und haben kaum Zugang zu  sauberem Trinkwasser und humanitären Schutz. Die Situation der ohnehin armen Gastbevölkerung in einer der am meisten vernachlässigten Regionen des Tschad verschlechtert sich durch die Flüchtlingsströme weiter. 

In den Tschad geflohene Familien bringen gespendete Haushaltsgüter in ihr neues Heim.

SKala-Initiative fördert langfristigen und nachhaltigen Projektansatz

Das von der SKala-Initiative geförderte Projekt zielt darauf ab, mindestens 15.500 Bedürftige zu erreichen und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Das Gesamtziel des Projekts besteht darin, dass die betroffenen Menschen besseren Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen erhalten und Kinder und Jugendliche besonders geschützt werden. Jugendliche sollen eine gute Ausbildung bekommen und besonders arme Haushalte mit Saatgut und landwirtschaftlichen Produktionsmitteln unterstützt werden.

Durch den langfristigen Ansatz des Projekts trägt die SKala-Initiative dazu bei, dass die humanitäre Lage der Menschen vor Ort nachhaltig verbessert wird. Das Projekt „Integrierte Nothilfe für einen verbesserten Zugang zu und Nutzung von Trinkwasser und Sanitäranlagen, humanitären Schutz und gestärkte Resilienz für konfliktbetroffene Kinder, Jugendliche und vulnerable Haushalte in West-Tschad“ von World Vision Deutschland e.V. wird durch die SKala-Initiative gefördert. SKala ist eine Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten in Partnerschaft mit dem gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus PHINEO. SKala fördert bis Ende 2020 etwa 100 gemeinnützige Organisationen mit insgesamt bis zu 100 Millionen Euro in den Bereichen Inklusion und Teilhabe, Engagement und Kompetenzförderung, Brücke zwischen den Generationen sowie Vergessene Krisen.“