der von World Vision trainierte Kakaobauer Moli aus Vanuatu ist für eine internationale Auszeichnung nominiert

Viel Glück Moli!

Kakao-Bohnen eines von World Vision trainierten Bauern aus Vanuatu unter den Top 50 der Welt
Autor: IrisManner  | 
28. Oktober 2017
Autor: IrisManner
Aus gutem Kako wird feinste Schokolade - auch in Vanuatu

Der süße Geschmack des Erfolgs

Malo ist eine kleine Insel im Archipel von Vanuatu im Südpazifik. Viele Familien leben dort von kleinen Kokosnuss- und Kakaoplantagen. Auch George Molices, Lui Matalue, den alle Moli nennen, versuchte damit sein Glück und pflanzte im Jahr 2000 die ersten 200 Kakaobäume an. Doch brachte die Plantage nur wenig Ertrag ein, da dem Landwirt das nötige Wissen für die richtige Anbautechnik und Pflege fehlte. Nur etwa 110 Euro brachte eine Ernte ihm ein.

Im März 2016 hörte Moli von einem Projekt zur Wirtschaftsförderung von World Vision und meldete sich als Interessent. Das Projekt unterstützt die Landwirte auf den Inseln Santo und Malo dabei die  Qualität und Quantität ihrer Ernten zu verbessern. Sie erhalten Schulungen zu nachhaltiger Produktion und Verarbeitungsschritten, Verbindung zu einem Forschungsinstitut in Vanuatur und Zugang zu Mikrofinanzen, die den Bauern dabei helfen zu investieren. „Ich lernte unter anderem, warum und wie man die Pflanzen richtig zuschneidet“, sagt Moli. Bisher hatten die Bauern die Bäume nicht beschnitten, da sie dachten, das würde ihnen schaden.

Kakaobauer Moli sortiert und trocknet die besten Bohnen
Die Planatage von Moli bringt nach dem Training durch World Vision viel reichere Erträge

Moli beschnitt nach dem Training die gesamte verwilderte Plantage und beherzigte Ratschläge zu den Ernteverfahren und zur Fermentation des Kakaos. Seine harte Arbeit zahlte sich aus: Im letzten Dezember konnte er mit seiner Ernte bereits über 500 Euro Ertrag einnehmen. „Das war ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk“, erzählt Moli.

In diesem Jahr konnte er sein Unternehmen schon ausbauen. Er zieht eigene Setzlinge, die er an andere Kakaobauern verkauft. Und in einem selbst gebauten „Solar“-Haus sortiert und trocknet er seine besten Bohnen, bevor er sie an Händler verkauft.

Seine Frau Monique ist mit ihm Geschäft. Sie hat sich auf das Veredeln der Pflanzen spezialisiert und verrät, wie sich das Leben der Familie verändert hat. „Wir können unsere Bedürfnisse decken, zum Arzt gehen wenn nötig und die Schulgebühren unserer Kinder bezahlen.“ Sogar Strom ist durch ein Solarpanel auf dem Dach ins Haus gekommen. Die Insel Malo hat nämlich noch kein Stromnetz. 

Moli gibt sein durch World Vision erworbenes Wissen an andere Kakaobauern weiter
Kakaobauer Moli aus Vanuatu bei der Pflege seiner Pflanzen

World Vision brachte die trainierten Bauern aus Malo mit ACTIV, einer gemeinnützigen Organisation in Vanuatu, in Verbindung. Diese arbeitet eng mit Kakaobauern zusammen und ermöglicht die Herstellung von Fair Trade-Produkten. Moli nimmt die Produktion von qualitativ hochwertigen Bohnen sehr ernst: „Einmal warf ich einige Bohnen weg, weil sie von Ratten angefressen waren. Meine Nachbarn dachten, ich sei verrückt. Aber ich blieb dabei, denn ich hatte in der Ausbildung gelernt, ausschließlich hochwertige Qualität zu produzieren.“

Die gute Qualität der Bohnen blieb nicht unbemerkt: Sandrine Wallez, Direktorin von ACTIV und Aelan Chocolate Makers, einer lokalen Schokoladenfabrik, erklärt: „Moli produziert großartige Kakaobohnen und wir entschieden uns, sie zu Schokolade zu verarbeiten.“ Die Schokolade ist seit kurzem im Aelan-Laden in der Hauptstadt Vanuatus Port Vila erhältlich. 

Sandrine Wallez von ACTIV unterstützt faire Kakoproduktion
Schokololade aus Kakaobohnen von Moli

Ermutigt durch viel positives Echo auf den Geschmack der Schokolade, reichten ACTIV und die lokale Schokoladenfabrik eine Probe eine Probe der Kakaobohnen bei dem Programm „Cocoa of Excellence 2017“ ein. Das Cocoa of Excellence-Programm ist der Einstiegspunkt für Kakaoproduzenten zur Teilnahme an den International Cocoa Awards, einem weltweiten Wettbewerb, der die Arbeit der Kakaobauern würdigt und die Vielfalt der Kakaogeschmackstoffe feiert. Im April wurde dann bekannt gegeben, dass Molis Probe es unter die ersten 50 geschafft hat.