Uganda - hier bin ich zu Hause

Nilkrokodile, Rothschild-Giraffen, seltene Affenarten und eine Antilopenart, die einzig und allein in Uganda anzutreffen ist – die Tierwelt Ugandas zeigt eine atemberaubende Vielfalt. Der überwiegende Teil des ostafrikanischen Landes besteht aus Feuchtsavanne, einer Landschaft aus hohem Gras, Baumgruppen und sogenannten Galeriewäldern, das sind äußerst artenreiche und fruchtbare Vegetationsstreifen, die an Flüssen oder Seen liegen.

Spektakuläres Naturschauspiel

Etwa 40.000 Quadratkilometer, 18 Prozent des Landes, sind von Wasser bedeckt. Vor allem im Zentrum Ugandas liegt ein verzweigtes Sumpf- und Seengebiet. Neun Nationalparks zeugen von der Schönheit des Landes. Der größte von ihnen, der Murchison Falls National Park, hat seinen Namen von dem spektakulären Wasserfall des Nils.

Fakten zu Uganda

Das Land ist reich an Naturressourcen, darunter gute Bedingungen für die Landwirtschaft, beträchtliche Kupfer- und Kobaltvorkommen und noch unerschlossene Erdöl- und Erdgasreserven. Sein größtes Potenzial sind seine fruchtbaren Böden und das tropische Klima mit zwei Regenzeiten im Jahr. Die Landwirtschaft, in der mehr als 80 Prozent der Beschäftigten arbeiten, ist die wichtigste Einkommensquelle. Sie krankt jedoch an veralteten Produktionsverfahren und wird durch fortschreitende Abholzung und den Klimawandel bedroht.

Trotz seiner Naturreichtümer zählt Uganda weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt: Im Human Development Index (HDI) des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) belegt Uganda 2015 Platz 163 von 188 und gehört damit in die Kategorie „Länder mit niedrigem Entwicklungsstand“. Eine jährliche Wirtschaftswachstumsrate von nur 3,6 Prozent, ein hohes Bevölkerungswachstum und eine steigende Inflation verschärfen die Situation für die fast 35 Millionen Ugander noch zusätzlich.

Blutiger Bürgerkrieg

Im krassen Gegensatz zur bezaubernden Natur steht der harte Alltag vieler Menschen. Obwohl sich Uganda seit 1986 unter der Regierung von Staatspräsident Museveni wirtschaftlich stabilisiert hat, zählt es weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt. Besonders der Norden des Landes hat jahrzehntelang unter einem brutalen Bürgerkrieg gelitten. Die Lord's Resistance Army, eine Rebellentruppe unter dem Anführer Joseph Kony, hat dort Angst und Schrecken verbreitet. Bei ihrem Kampf vor allem gegen die Zivilbevölkerung ging die LRA mit solcher Brutalität vor, dass sie zeitweise als die „brutalste Rebellengruppe der Welt“ bezeichnete wurde. Ihre Mitglieder plünderten, mordeten, folterten und vergewaltigten praktisch wahllos in den nördlichen Regionen Ugandas. Kinder wurden entführt, um sie teils als Kindersoldaten, teils als Sex-Sklaven zu missbrauchen. Geschätzte 25.000 bis 30.000 Kinder wurden von den Rebellen als Soldaten, Träger oder Spione eingesetzt. Viele haben Eltern, Geschwister und andere Angehörige verloren. Ganze Generationen kennen nichts anderes als Krieg.

Hoffnung auf bessere Zeiten und das Verhältnis zu den Nachbarländern

Doch in all dem Elend gibt es auch Hoffnung. 2008 kam ein Waffenstillstandsabkommen zustande. Der Anführer der LRA, Joseph Kony, hat den Friedensvertrag zwar bis heute nicht unterzeichnet, dennoch blieb Norduganda seither von größeren Überfällen verschont. Viele der beinahe zwei Millionen Binnenflüchtlinge bewirtschaften wieder ihre Felder und erwägen, ganz in ihre Heimatdörfer zurückzukehren. Allerdings stellen Konflikte um Acker- und Weideland ein großes Problem dar. Trotz hoffnungsvoller Entwicklungen hat Uganda noch einen weiten Weg vor sich.

Der Bürgerkrieg im Südsudan führte dazu, dass Uganda zeitweise eigene Truppen in das Nachbarland schickte, die aber als Teil des Friedensabkommens 2015 wieder abgezogen wurden. Zudem ist Uganda humanitär, wirtschaftlich und militärisch von der instabilen Lage im Ostkongo betroffen. 

Im Norden des Landes, vor allem in den Grenzregionen zu den Nachbarländern engagiert sich World Vision insbesondere bei der Förderung und dem Schutz von Kindern.

Unterstützung und Hilfe

Auf diesem Weg bekommt Uganda Hilfe von der Weltgemeinschaft. Die Bundesregierung unterstützt vor allem die Stabilisierung und Entwicklung des Nordens mit Beratungs- und Friedensfördermaßnahmen. World Vision engagiert sich hier insbesondere für die Wiedereingliederung von Kindersoldaten in die Gesellschaft.