Syrien - hier bin ich zu Hause

In Syrien findet seit 2011 eine Auseinandersetzung zwischen der Regierung und oppositionellen Kräften statt. Die Vereinten Nationen sehen diesen Konflikt inzwischen als die größte humanitäre Katastrophe in der neueren Geschichte an. Der Bürgerkrieg hat über 220.000 Menschenleben gekostet. Über zwölf Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf Hilfe angewiesen und mehr als zehn Millionen auf der Flucht.

Auswirkungen des Bürgerkrieges

Die syrische Wirtschaft liegt am Boden, bis Mitte 2013 war sie etwa um die Hälfte geschrumpft. Die Arbeitslosigkeit ist um das Fünffache gestiegen. Auch die Landwirtschaft ist eingeschränkt, was zu Engpässen in der Versorgung beiträgt. Öffentliche Infrastruktur wie etwa Schulen, Gesundheitszentren, Wasser- und Elektrizitätswerke wurde in großem Umfang zerstört. Einstmals ausgerottete oder seltene Krankheiten wie Polio (Kinderlähmung), Masern, Typhus und Tuberkulose sind ausgebrochen.

Viele Ärzte und Krankenschwestern haben das Land verlassen. Kinder und Jugendliche zählen zu den größten Leidtragenden. Es wird geschätzt, dass etwa 2,8 Millionen syrische Kinder derzeit nicht mehr zur Schule gehen können - viele von ihnen schon seit mehreren Jahren nicht mehr. Es besteht die Gefahr einer „verlorenen Generation", die mit Krieg, Gewalt und Vertreibung aufwächst und ihrer Zukunftschancen beraubt wird.

Flucht vor Krieg und Gewalt

Etwa 7,6 Millionen Syrer sind innerhalb ihres Landes auf der Flucht, etwa vier Millionen haben aufgrund des Bürgerkrieges ihr Land verlassen. Häufig führt der Weg in die Nachbarländer Libanon, Jordanien und Türkei, aber auch nach Ägypten und in den Irak, der selbst unter gewaltsamen Auseinandersetzungen leidet. Die Aufnahmekapazitäten der Gastgemeinden sind zunehmend erschöpft. Im Libanon etwa stellen Flüchtlinge aus Syrien inzwischen ein Viertel der Bevölkerung, und es kommt zu Spannungen mit den Einheimischen.

Angesichts der dramatischen Situation und des großen Bedarfs an Hilfe haben die Vereinten Nationen den umfangreichsten Hilfeaufruf ihrer Geschichte veröffentlicht.

In 2015 wurde der Hilfsbedarf auf 2,8 Milliarden US-Dollar für Syrien und auf 4,4 Milliarden US-Dollar für die betroffenen Nachbarländer geschätzt.

World Vision Hilfe in der Syrienkrise

World Vision unterstützt die notleidende Bevölkerung in Syrien seit März 2013. Etwa 250.000 Binnenvertriebenen und betroffenen Gastgemeinden konnte bisher geholfen werden. 

Durch die Wiederherstellung der Wasserversorgung auf städtischer Ebene können ganze Gemeinden erreicht werden. Für Binnenvertriebene in Camps und Sammelunterkünften werden Brunnen gebohrt und sanitäre Einrichtungen gebaut, um ihnen Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen zu gewährleisten. World Vision unterstützt auch die Müllentsorgung, die inzwischen zu einem großen Problem geworden ist.

Die Verteilung von Hygieneartikeln hilft – wie auch weitere Maßnahmen, die die Hygiene fördern, - bei der Prävention gegen Krankheiten; Babykits sind dabei auf die speziellen Bedürfnisse von Kleinkindern zugeschnitten. Darüber hinaus verteilt World Vision Lebensmittel an Binnenvertriebene wie auch notleidende Mitglieder der Gastgemeinden. Spezielle Zentren für Frauen und Kinder wurden eingerichtet, um ihren Schutz zu verbessern; hier können sie psychosoziale Unterstützung in Anspruch nehmen.