Swasiland - hier bin ich zu Hause

Swasiland ist nach Gambia der kleinste Staat Afrikas. Ohne direkten Zugang zum Indischen Ozean liegt es im Südosten Afrikas zwischen Südafrika und Mosambik.

Hügel, Täler, Steppen, grüne Wälder

Den Osten des Landes durchzieht eine Hügelkette mit subtropischem, trockenem Klima. Westlich davon, im tiefer gelegenen Buschland mit fast tropischem Klima, erstrecken sich Zuckerrohrfelder. Niederschläge gibt es hier sehr wenig, so dass in diesem Landesteil seit über 15 Jahren fast durchgehend Dürre herrscht. Ein Viertel des Staatsgebietes sind fruchtbarere Hügel und Täler im Mittelland. Das regenreiche Hochland im Westen mit satten Wäldern und angenehmen Temperaturen steigt auf stattliche 1.300 Meter an.

Gefangen in alten Strukturen

Das Mitte des 18. Jahrhunderts gegründete Königreich Swasiland stellte sich 1890 zum Schutz gegen Übergriffe weißer Siedler unter Aufsicht der Briten. 1968 wurde es – wieder unter einem König – unabhängig. Dieser setzte 1973 die Verfassung außer Kraft, verbot Parteien und schaffte das Parlament ab. Nach heftigen Machtkämpfen in den 1980er Jahren hat sich die Herrschaft des Königshauses verfestigt und wird von der 2005 verabschiedeten Verfassung kaum eingeschränkt.

AIDS – Tiefschlag für das Land

Trotz einiger Fortschritte ist die medizinische Versorgung dürftig. 6,6 Prozent der Säuglinge sterben. Größtes Problem aber ist AIDS. Nach aktuellen Schätzungen sind fast 40 Prozent der 15- bis 49-Jährigen infiziert – meist ein Todesurteil, da Medikamente oft unbezahlbar sind. Familien können nicht mehr ernährt werden, Waisen bleiben zurück, die Zahl kindergeführter Haushalte steigt und Kinderarbeit blüht. Die Lebenserwartung liegt nur noch bei 31 Jahren.

Eine Volkswirtschaft am Boden

Einst reiche Eisenerzvorkommen sind erschöpft. Heute werden Diamanten, Steinkohle und Kaolin gefördert. Die Wirtschaft ist sehr stark von Südafrika abhängig. 80 Prozent leben als Selbstversorger vom Anbau von Mais, Reis und Hirse sowie Zuckerrohr, Holz, Baumwolle, Tabak, Zitrusfrüchten und Erdnüssen für den Export. Die Erträge der ausgelaugten Böden sind jedoch gering. Dürren und politische Verhältnisse tragen dazu bei, dass etwa ein Viertel der Bevölkerung hungert. 40 Prozent sind arbeitslos.

Tägliches Brot statt Bildung

Zwar gibt es Schulen in Swasiland, aber viele Kinder können sie nicht besuchen, da sie frühzeitig als Viehhüter, Haushaltshilfe oder Tagelöhner arbeiten müssen, um sich und ihre Familie zu ernähren. AIDS verschärft die Lage durch zunehmend viele Waisen und kindergeführte Haushalte einerseits und immer weniger Lehrer und Fachkräfte für Handwerk und Beruf andererseits.

Unterstützung und Hilfe

Swasiland ist eines der ärmsten Länder der Welt. Seine enormen Probleme wird es ohne Hilfe nicht bewältigen können. Von internationalen Organisationen erhält das Land auf politischer Ebene Unterstützung. Karitative und Nichtregierungsorganisationen konzentrieren sich auf die Verbesserung der alltäglichen Lebenssituation der Menschen. Sie helfen vor allem in den Bereichen Gesundheit und Bildung und tragen so dazu bei, den Menschen Mut und neue Perspektiven für eine bessere Zukunft zu geben.

Hilfe für Kind, Familie und Umfeld

World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Die Unterstützung kommt immer dreifach an: bei den Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. In Swasiland wird seit 1993 Katastrophenhilfe geleistet und es werden Entwicklungsprogramme durchgeführt. So wird zum Beispiel die AIDS-Prävention gefördert, die für eine medizinische Aufklärung innerhalb der Bevölkerung sorgt.