Sri Lanka - hier bin ich zu Hause

Nur der Tee, der angebaut wird, trägt noch den alten Namen: Ceylon. Heute heißt die Insel vor der Südspitze Indiens Sri Lanka. Tropisches Klima und eine überbordende Pflanzenwelt gaben ihr einst den Beinamen „Perle des Indischen Ozeans“.

Perle des Indischen Ozeans

In der zentralen Bergregion Sri Lankas mit seinen bis zu 2.500 m hohen Gipfeln liegen die berühmten Teeanbaugebiete. Außer hier fallen die Temperaturen auf der Insel kaum unter 30 Grad. Vom Hochland fällt das Land ringsum zu den nicht höher als 30 bis 200 Meter gelegenen Ebenen ab, die schon vor Jahrhunderten durch künstliche Bewässerung fruchtbar gemacht wurden. Wie ein Ring wird der Inselstaat von einem 30 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Küstenstreifen mit vielen traumhaften Sandstränden umgeben. 2004 forderte ein Tsunami mehr als 30.000 Menschenleben – die schlimmste Katastrophe in der Geschichte Sri Lankas.

Kampf um Gleichberechtigung

Der Konflikt zwischen Singhalesen und Tamilen beherrscht die Geschichte des Landes. Die Errichtung der Kronkolonie „Ceylon“ durch die Briten 1803 brachte den Tamilen Wohlstand und Privilegien. Dem machte 1948 die Unabhängigkeit ein Ende; die Singhalesen erstarkten. Endlose Konflikte mündeten 1983 in einen Bürgerkrieg, der bis 2009 andauerte und mehr als 80.000 Menschenleben kostete.

Präsident Rajapaksa, in seiner zweiten Amtszeit ab 2009 mit einer großen Machtfülle ausgestattet, konnte zwar viel der zerstörten Infrastruktur im Norden und Osten des Landes wieder herstellen, aber nicht die Versöhnung zwischen den Volksgruppen vorantreiben. 2015 wurde Präsident Sirisena gewählt, das Parlament reduzierte die präsidiale Machtfülle wieder auf ein demokratisches Maß.

Zu arm für Schule und Bildung

Die Bildungsrate Sri Lankas ist insgesamt eine der höchsten in Asien. Aber auch hier ist das Gefälle zwischen Tamilen-Gebieten und der südlichen Region um die Hauptstadt Colombo hoch. Vielen Familien fehlt das Geld, um ihre Kinder in Schulen zu schicken und ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen.

Wohlstand - nur für wenige

Obwohl die Landwirtschaft heute nur noch 8,5 Prozent der wirtschaftlichen Gesamtleistung ausmacht, arbeiten hier fast 30 Prozent aller Beschäftigten. Für viele Familien auf dem Land ist sie sogar überlebenswichtig. Für den Eigenbedarf werden Reis und Zuckerrohr, für den Export Tee, Kautschuk und Kokosnüsse angebaut. Edelstein-Export, Textilindustrie und Tourismus fördern das Wachstum der Wirtschaft. Der wenig entwickelte tamilische Nordosten profitiert davon allerdings nicht.

Grosse Unterschiede zwischen Stadt und Land

Sri Lankas Hauptstadt Colombo und die stadtnahen Gebiete sind recht gut mit sauberem Wasser und verbesserten sanitären Anlagen versorgt. Dagegen ist die Situation der Trinkwasser- und hygienischen Versorgung in den Gebieten im Norden und Osten deutlich schlechter. Im Landesdurchschnitt sind 26 Prozent der Kinder unter fünf Jahren unterernährt, in vernachlässigten Gebieten steigt diese Rate jedoch.

Unterstützung und Hilfe

Sri Lanka ist ein Land mit Chancen. Trotzdem ist es zur Lösung seiner Probleme auf Hilfe angewiesen. Karitative Organisationen konzentrieren sich auf die Verbesserung der alltäglichen Situation der Menschen, vor allem in den Bereichen Gesundheit und Bildung, und tragen dazu bei, den Menschen neue Perspektiven für eine bessere Zukunft zu geben.

Hilfe für Kind, Familie und Umfeld

World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Die Unterstützung kommt immer dreifach an: bei den Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. World Vision arbeitet seit 1988 in Sri Lanka, wo nötig mit Katastrophenhilfe und langfristig durch Regional-Entwicklungsprojekte, um der Bevölkerung zu einem besseren Lebensstandard zu verhelfen.