Somalia - hier bin ich zu Hause

Somalia liegt am Horn von Afrika und grenzt an Kenia, Äthiopien und Dschibuti und im Osten des Landes an den Indischen Ozean. Im Norden ist es bergig, mit dem Schimbiris als höchste Erhebung (2450 Meter). Nach Süden hin wird es immer flacher und heißer mit durchschnittlichen Tagestemperaturen zwischen 30 und 40 Grad. Die Ausbreitung der Wüste ist eines der großen Probleme des Landes.

Geschichte

Das Land am Horn von Afrika ist noch immer gekennzeichnet von 20 Jahren Chaos, Bürgerkrieg und wirtschaftlichem Niedergang. Nach dem Sturz des Diktators Siad Barre 1991 kämpften verschiedene Warlords und Milizen um die Macht. Islamistische Gruppierungen konnten sich im Land etablieren und brachten weite Teile unter ihre Kontrolle. In Abwesenheit einer funktionierenden Zentralregierung bildeten sich autonome Teilstaaten. Erst seit 2012 gibt es Entwicklungen, die auf Frieden und Demokratie hoffen lassen. Unter dem Eindruck einer neuen Verfassung kehrten fast alle somalischen Teilstaaten als Mitglieder in die neue Bundesrepublik Somalia zurück. Erstmals konnte wieder eine gemeinsame somalische Regierung gewählt werden. Doch die Probleme des Landes sind nach wie vor enorm: Aufbau der Wirtschaft, Festigung der Demokratie und der Kampf gegen die Islamistenmiliz Al Shabaab, die noch immer weite Teile des Landes beherrscht. 

Aktuelle Lage

Wegen der ständigen Gewalt im Land ist die Lage gerade für Kinder schlimm. Es gibt kaum gut ausgestattete Krankenhäuser und nur wenige Schulen. So kommt es, dass nur jeder Dritte in Somalia lesen und schreiben kann. In einigen Bereichen Somalias aber herrscht eine gewisse Stabilität. Vor allem in den Regionen Puntland und Somaliland, wo auch World Vision aktiv ist. Das wirkt sich nicht nur auf die Bildung positiv aus – auch die Kindersterblichkeit konnte in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt werden.

Verheerende Dürre

Das östliche Afrika leidet derzeit unter einer schlimmen Dürre. Extreme Trockenheit lässt Brunnen versiegen, Ernten vertrocknen und Vieh verenden. In Somalia ist die Situation besonders dramatisch – das Land steht am Rand einer Hungerkatastrophe: Mehr als 360.000 Kinder in Somalia sind bereits akut mangelernährt.

Dürre ist in Somalia zwar ein wiederkehrendes Phänomen, aber die Häufung in den vergangenen Jahren haben die Armut vergrößert und die Widerstandskräfte geschwächt. In den somalischen Provinzen Somaliland und Puntland sind 75 Prozent des Viehbestands gestorben.

Um eine Hungerkatastrophe zu verhindern, zählt jeder Tag und jede Unterstützung. Wir verteilen deshalb besonders vitaminreiche Lebensmittel und versorgen Dörfer mit Trinkwasser. Zudem werden Kinder medizinisch behandelt und mit angereicherter Milch versorgt.

Wege in eine bessere Zukunft

Viele Flüchtlinge aus Somalia sagen uns, dass sie gerne zurückkehren würden, wenn es einen Frieden und ein Mindestmaß an Stabilität gäbe. World Vision setzt sich daher gemeinsam mit anderen Hilfswerken dafür ein, dass die Konfliktparteien humanitäre Hilfe zulassen und dass es international koordinierte Bemühungen um eine politische Lösung gibt. Gleichzeitig bildet World Vision schon heute Somalier darin aus, selbständig Projekte zu leiten, die die Lage notleidender Menschen verbessern und einen Neuanfang unterstützen.

Hilfe für Kinder, Hilfe für Flüchtlinge

Die Folgen der Dürre und der Konflikte bedrohen das Leben vieler Menschen. Mütter und Kinder, die in großer Zahl aus dem Süden geflüchtet sind, brauchen unsere Hilfe besonders dringend. So kümmern wir uns um Flüchtlinge im äthiopisch-somalischen Grenzgebiet, wo über 80 Prozent der Flüchtlinge Kinder sind. Sie werden in Kinderbetreuungszentren versorgt, aber auch in mobilen Kliniken. In Puntland und Somaliland versorgen die Helfer Flüchtlinge und gastgebende Gemeinden mit Wasser, verbessern die hygienischen Bedingungen oder statten Kliniken aus, damit unterernährte und kranke Kinder besser behandelt werden können. Langfristig arbeiten wir mit den Menschen zusammen daran, die Lage nachhaltig zu verbessern. Etwa, indem Ackerböden mit ökologischen Methoden aufgewertet und Bauern in effektiven Anbau- und Lagermethoden ausgebildet werden.