Simbabwe - hier bin ich zu Hause

Simbabwe bedeutet „Steinhäuser“ – der Name spricht für die hohe Kultur der frühen Bantu-Siedler, deren viele Jahrhunderte alte Festungsmauern und Felszeichnungen bis heute zu sehen sind.

Ein verlorenes Paradies

Das Land im Südwesten Afrikas, zwischen Südafrika und Sambia, Mosambik und Botswana ist beeindruckend. Es hat zwar kein Meer und keine Strände, aber Nationalparks und den weltweit breitesten Wasserfall, die so genannten Victoria-Fälle. Der größte Teil Simbabwes liegt auf einer Hochebene mit gemäßigten Temperaturen und fruchtbarem Ackerland. Hier befand sich die Kornkammer Afrikas – bis sich die ungerechte Landverteilung rächte und in Vergeltung umschlug. Nun herrschen neues Unrecht, Chaos und wirtschaftlicher Niedergang.

Von der Hochkultur ins Chaos

Weil Gold und Bodenschätze lockten, folgten den ersten Siedlern zahlreiche Kolonialherren. Im 19. Jahrhundert wurde Simbabwe zur britischen Kolonie „Rhodesien“. Erste Unruhen begannen, als 1931 das Land einseitig zugunsten der Weißen aufgeteilt wurde. Robert Mugabe, der seit der Unabhängigkeit 1980 diktatorisch regiert, siedelte tausende afrikanischer Bauern auf beschlagnahmtes Gebiet um. Der Konflikt eskalierte und gipfelte im Jahr 2000 in der gewaltsamen Vertreibung und Enteignung von 4.500 weißen Farmern. Die Kritik an der Regierung und den sozialen und wirtschaftlichen Missständen wurde zuletzt immer lauter, dennoch hat Mugabe angekündigt, bis zu den Wahlen 2018 Präsident bleiben zu wollen.

Keine Bildung - keine Zukunft

In besseren Zeiten hatte Simbabwe ein Bildungssystem mit Vorbildcharakter für viele afrikanische Staaten. Das hat sich drastisch verschlechtert. Oft steigen die Nebenkosten für Schuluniform oder -material über Nacht auf ein Vielfaches; und es mangelt an Lehrern, denn angesichts geringster Löhne rechnet sich der teure Weg zur Arbeit für sie nicht. Die Klassen bleiben leer. 19 Prozent der Menschen sind daher Analphabeten.

Statt Weizen gedeihen Willkür und Gewalt

Seit der Vertreibung der weißen Farmer liegen viele Felder brach. Die Misswirtschaft führt zu Ernteausfällen und Hunger. Mehr als 80 Prozent der Menschen sind derzeit arbeitslos. Hilfe von außen wird vielfach behindert oder ganz unterbunden. Nachdem die Simbabwer lange unter einer Hyperinflation litten, wurden im Februar 2009 Fremdwährungen wie der US-Dollar eingeführt. Viele Menschen, insbesondere auf dem Land, haben aber kaum Zugang zu den Devisen.

Ein Land am Boden

Krankenhäusern und Gesundheitsstationen fehlt die einfachste Ausstattung und Ärzte gibt es wenige. Viele Menschen sind unterernährt und sterben auch an heilbaren Krankheiten wie Malaria, Durchfallerkrankungen – und Tausende Frauen bei der Geburt eines Kindes. Die Lebenserwartung liegt deutlich unter 40 Jahren. Größtes Problem ist AIDS: 15,3 Prozent der 15- bis 49-Jährigen sind infiziert und Medikamente fehlen. Fast eine Million Waisen und kindgeführte Haushalte schaffen zusätzliche Probleme.

Unterstützung und Hilfe

Auf dem beschwerlichen Weg hin zu politischer Stabilität und wirtschaftlicher Rehabilitierung wird Simbabwe weiterhin Unterstützung von außen brauchen. Zwar haben aufgrund der zunehmend undemokratischen Entwicklungen viele internationale Geber ihre Zusammenarbeit auf Regierungsebene eingeschränkt oder gar eingestellt. Die Notwendigkeit zur Unterstützung der Zivilgesellschaft und nicht-staatlicher Gruppen besteht aber natürlich weiterhin. Karitative und Nichtregierungsorganisationen konzentrieren sich auf die Verbesserung der alltäglichen Lebenssituation der Menschen. Sie bieten Hilfe und Unterstützung vor allem in den Bereichen Gesundheit und Bildung. Und tragen so dazu bei, den Menschen Mut und neue Perspektiven für eine bessere Zukunft zu geben.

Hilfe für Kind, Familie und Umfeld 

World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Die Unterstützung kommt immer dreifach an: bei den Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. In Simbabwe leistete World Vision 1986 erstmals Katastrophenhilfe und führt außerdem langfristige Regional-Entwicklungsprojekte durch. Mittlerweile konnte bereits ein Entwicklungsprojekt an die Bevölkerung übergeben werden, die nun eigenständig für einen besseren Lebensstandard sorgen kann.