Philippinen - hier bin ich zu Hause

„Insel-Reich“ dürften sich die Philippinen mit Recht nennen, denn mit ihren 7.107 Inseln ist die Republik tatsächlich reich an Inseln – die über den Meeresspiegel hinausragende Spitzen eines submarinen Gebirges sind. Alle liegen zwischen dem südchinesischen Meer im Westen und dem Pazifik im Osten. Nur 1.000 sind bewohnt, darunter die beiden größten und bekanntesten, Luzon und Mindanao.

Paradies im Feuerring

Mit ihrer tropischen Vegetation im Süden, Gebirgszügen im Norden, ihren Sandstränden, grünen Reisterrassen und dem tropischen Klima könnte auf diesen Inseln das Paradies liegen. Wären sie nicht Teil des Pazifischen Feuerrings, der sich immer wieder mit Vulkanausbrüchen und Erdbeben in Erinnerung bringt. Oder mit verheerenden tropischen Wirbelstürmen und Überschwemmungen.

Der lange Weg zum inneren Frieden

Die Inseln wurden 1521 entdeckt. 1565 kamen die Spanier, christianisierten und „hispanisierten“ das Land und machten es 1809 zum Bestandteil Spaniens. 1902 traten sie es an die USA ab, die die Inseln 1946 in die Unabhängigkeit entließen. 1972 kam der Diktator Marcos an die Macht, eine neue Verfassung kam erst nach dessen Sturz 1987 zustande. Das Volk leidet aber bis heute unter Menschenrechtsverletzungen, Korruption und bewaffneten Auseinandersetzungen mit militanten Moslems, Kommunisten und Terroristengruppen.

Der Wille ist da - die Mittel fehlen

Ein hoher Anteil von 93 Prozent der Bevölkerung können lesen und schreiben. Denn bis zum sechsten Schuljahr besteht Schulpflicht und Bildung hat einen hohen Stellenwert bei den Philippinos. Dennoch gibt es viele Schulabbrecher und schlecht qualifizierte und bezahlte Lehrer vermitteln zu geringes Wissen. Lehrmittel fehlen und viele der weiterbildenden Colleges und Hochschulen sind privat und für die meisten Familien unbezahlbar.

Chancen zum Guten wenden

37 Prozent der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Die Produktivität ist jedoch gering. Die Armut nimmt auf dem Land daher zu und mit ihr Kinderarbeit und Prostitution. 63 Prozent leben auf Suche nach Arbeit in den Städten. Auch hier fehlen Arbeit und Infrastruktur oder aber den Menschen die Ausbildung und sie enden in Slums. Die ungleiche Einkommensverteilung und steigende Arbeitslosigkeit sind die größten Probleme der philippinischen Wirtschaft.

Reich und gesund - arm und krank

Gesund bleiben und alt werden können nur Reiche. Zwar sind 60 Prozent krankenversichert, damit aber nur basisversorgt. Qualifizierte Leistung gibt es nur in teuren Kliniken. Staatliche Hospitäler sind schlecht ausgestattet und Korruption regiert. Medikamente und Behandlungen müssen verauslagt werden, was viele nicht können. Die wenigsten sind geimpft, es mangelt an Hygiene und sauberem Trinkwasser. Darüber hinaus erkranken viele an Malaria, Bilharziose oder Tuberkulose und viele Kinder sind unterernährt.

Unterstützung und Hilfe

Die Philippinen haben Potenzial und leisten vieles aus eigener Kraft. Dennoch sind sie auf Hilfe angewiesen. Auf politischer Ebene erhalten sie durch die internationale Staatengemeinschaft Unterstützung bei der Entwicklung von Demokratie und Menschenrechten. Karitative und Nicht-Regierungsorganisationen konzentrieren sich auf die Verbesserung der alltäglichen Lebenssituation der Menschen. Sie bieten Hilfe und Unterstützung vor allem in den Bereichen Gesundheit und Bildung und tragen so dazu bei, den Menschen Mut und neue Perspektiven für eine bessere Zukunft zu geben.

Hilfe für Kind, Familie und Umfeld 

World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Unterstützung von Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. World Vision arbeitet seit über zehn Jahren auf den Philippinen, wo nötig mit Katastrophenhilfe und langfristig durch Regional-Entwicklungsprojekte. Mittlerweile konnte bereits ein Regional-Entwicklungsprojekt an die Bevölkerung übergeben werden, die nun eigenständig für einen besseren Lebensstandard sorgen kann.