Papua-Neuguinea - hier bin ich zu Hause

Berge, Flüsse und flache Küstenstreifen prägen die häufig noch unberührte Landschaft von Papua-Neuguinea im Pazifik. Die meisten Familien leben abgeschieden in den Hochtälern des Landes. Diese Regionen sind nur wenig entwickelt, es gibt keine ausreichende Gesundheits- und Trinkwasserversorgung sowie häufig auch keinen Strom. Die Bildungsmöglichkeiten sind äußerst schlecht, es fehlt an Schulen und Lehrern. 

Ein Land unberührter Natur 

Nördlich von Australien liegt Papua-Neuguinea im Osten Neuguineas, der zweitgrößten Insel der Welt. Rund 600 weitere Inseln gehören zum Staatsgebiet, darunter das Bismarck-Archipel. Die Bevölkerungsdichte beträgt lediglich 15 Einwohner pro Quadratkilometer. Ein langer Gebirgsstreifen zieht sich über die gesamte Insel und sorgt für große Höhen- und Temperaturunterschiede: Im bergigen Hochland kann es nachts frostig kalt werden, während das Thermometer in den tiefer gelegenen Küstenregionen beständig um 30 Grad anzeigt. Die Bergregionen sind nur schwer zugänglich, da Straßen entweder gar nicht vorhanden oder in schlechtem Zustand sind.

Ehemalige deutsche Kolonie

Im Jahr 1885 stellten deutsche und britische Besatzer den östlichen Teil Neuguineas unter ihre Herrschaft. 1902 trat Großbritannien seine Kolonie an Australien ab, das im Ersten Weltkrieg den deutsch besetzten Teil eroberte. Vor seiner Unabhängigkeit im Jahr 1975 stand Papua-Neuguinea unter australischer Verwaltung. Seitdem ist der Inselstaat eine parlamentarische Monarchie im Commenwealth. Seit 2011 ist Premierminister O’Neill Regierungschef, trotz eines Putschversuches 2012.

Zwischen 1988 und 1997 kostete der Sezessionskrieg auf der Insel Bougainville rund 20.000 Menschenleben. 2005 wählten die Bewohner von Bougainville ihre eigene autonome Regierung. 

Reich an Rohstoffen 

Das große Gebirge lässt in Papua-Neuguinea begrenzten Raum für Landwirtschaft. Nur wenige Gebiete eignen sich gut, um großflächig Landwirtschaft zu betreiben. Der Anbau von Kaffee und Kakao macht in einigen Regionen den Großteil des Familieneinkommens aus. Unter der Erde liegen Rohstoffe wie Gas, Gold, Kupfer und Nickel. Rund zwei Drittel der Exportwaren sind Bodenschätze. Der Bergbau ist aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse und Transportmöglichkeiten mit großen Herausforderungen verbunden, bringt aber hohe Steuereinnahmen.

Viele Sprachen – wenig Kommunikation

Etwa 80 Prozent der Einwohner leben in den sehr entlegenen Gebirgstälern und haben nur wenig Kontakt miteinander. Die Verbindungswege – sofern vorhanden – werden nach heftigen Regenfällen nicht selten durch Erdrutsche zerstört. Aufgrund der schlechten Infrastruktur haben die Familien nur unzureichend Zugang zu Gesundheitsversorgung. In Verbindung mit mangelnder Hygiene führen Krankheiten wie Durchfall oder die verbreitete Malaria deshalb häufig zum Tod – vor allem bei Kleinkindern. Auch die Chancen auf eine gute Schulbildung sind für die sehr junge Bevölkerung (rund ein Drittel der Einwohner ist jünger als 15 Jahre) in der Abgeschiedenheit gering.

Unterstützung und Hilfe 

World Vision hat mit den Bewohnern in der Provinz Madang (Nordküste) und Morobe (Ostküste) sowie der Inseln Karkar Projekte in den Bereichen Katastrophenvorsorge, Trinkwasser- und Sanitärversorgung, Einkommensförderung sowie zur Stärkung der Selbsthilfekapazitäten durchgeführt. Die Aktivitäten wurden vom Auswärtigen Amt und der Europäischen Union finanziell unterstützt und erfolgten in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung und den Regierungsstellen. In den kommenden Jahren sind weitere Projekte in den bereits genannten Bereichen geplant. Dabei sollen die Auswirkungen des Klimawandels stärker berücksichtigt werden, da unregelmäßige Regenfälle die Lebensgrundlage vieler Menschen im ländlichen Raum bedrohen.