Myanmar - hier bin ich zu Hause

Vielfältiger und landschaftlich reizvoller kann ein Land kaum sein als Myanmar, das nordwestlich von Thailand, am Golf von Bengalen liegt.

Ewiges Eis und asiatischer Zauber

Im äußersten Norden des Landes liegt der mit seinen beeindruckenden fast 6.000 Metern höchste Berg Südostasiens. Eine nord-südlich verlaufende Gebirgskette mit Dreitausender-Gipfeln geht in die zentrale fruchtbare Flussebene des Irrawaddy über, der östlich der Millionenmetropole Rangun als weitläufiges Delta in den Golf von Bengalen mündet. Vor der Südküste liegen kleine Inseln und mehr als ein Drittel seiner Fläche ist von unberührtem Regenwald bedeckt.

Zu viele Interessen - zu wenig Frieden

Das alte Königreich Birma fiel im 19. Jahrhundert – und erneut nach 1945 – an Großbritannien. 1948 wurde es unabhängig. Seitdem gab es nur eine kurze demokratische Phase. Ständige bewaffnete Konflikte ethnischer Minderheiten, Willkürakte aufeinander folgender Militärregierungen, Unterdrückung von Opposition und blutige Niederschlagungen von Demonstrationen ließen das Land nicht zur Ruhe kommen. 2011 übergab das Militär die staatliche Macht an zivile Institutionen. 2015 siegte bei freien Wahlen die Partei von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi überragend und übernahm 2016 die Regierung. Das Land hat seinen langen Weg in die Demokratisierung eingeschlagen, viele Probleme wie die ethnischen Konflikte konnten jedoch noch nicht gelöst werden.

Statt Schule - Geld verdienen

Viele Kinder besuchen trotz Schulpflicht keinen Unterricht. Sie müssen zu Hause mitverdienen und für viele ist der Schulbesuch zu teuer. Auch zu wenige und überfüllte Klassen, schlecht ausgestattete Schulen und mangelhaft ausgebildete Lehrer geben keinen Anreiz, zur Schule zu gehen. Viele brechen schon früh ab, nur 46 Prozent besuchen weiterführende Schulen und die tatsächliche Analphabetenquote wird auf zehn Prozent geschätzt.

Der Aufschwung kommt nicht an

Der Wohlstand der früheren „Kornkammer Asiens“ wurde durch Diktatur und Planwirtschaft vernichtet. Heute werden wieder über 42 Prozent aller Einkünfte von zwei Drittel aller Beschäftigten in der Landwirtschaft verdient. 70 Prozent der Firmen sind re-privatisiert und erbringen über 90 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Für Gesundheit hat der Staat nichts übrig

Nur 1,8 Prozent der Staatsausgaben fließen in die medizinische Versorgung. Entsprechend schlecht sind Krankenhäuser ausgestattet; Medikamente, Geräte und geschultes Personal fehlen. Weil professionelle Hilfe teuer ist, gehen viele zu traditionellen Heilern. Durchfall, Malaria, Denguefieber und Tuberkulose können sich daher leicht verbreiten. Kinder werden zwar geimpft, sind aber durch Mangelernährung gefährdet. Besorgniserregende 240.000 Menschen waren 2007 mit dem AIDS Virus infiziert.

Unterstützung und Hilfe

Myanmar hat Chancen, braucht aber Hilfe, um der Armut zu entkommen. Karitative Organisationen konzentrieren sich auf die Verbesserung der Alltagssituation der Menschen, vor allem in den Bereichen Gesundheit und Bildung. Und tragen so dazu bei, den Menschen Mut und neue Perspektiven für eine bessere Zukunft zu geben.

Hilfe für Kind, Familie und Umfeld 

World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Die Unterstützung kommt immer dreifach an: bei den Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. World Vision arbeitet seit 2007 in Myanmar, wo nötig mit Katastrophenhilfe und langfristig durch Regional-Entwicklungsprojekte, um der Bevölkerung zu einem besseren Lebensstandard zu verhelfen.