Mongolei - hier bin ich zu Hause

Endlose weite Steppen, wilde Reiter auf zottigen kleinen Pferden, in dicke bunte Jacken verpackte Frauen und trotz eisiger Kälte ein orientalischer Reiz. Das – aber nicht nur das – ist die Mongolei.

Zwischen wilder Romantik und rauer Wirklichkeit

Große Gegensätze geben diesem Land seinen Zauber und stellen es zugleich vor große Herausforderungen. Im Norden Russland, die sibirische Taiga und der südlichste Permafrost der Erde. Im Süden China und die nördlichste aller Wüsten, die lebensfeindliche Gobi. Dazwischen endlose Steppen ohne Baum und Strauch. Und die westliche Landeshälfte ist umgeben von einem Hochgebirgsring. Extrem wie die Landschaft ist auch das Klima. Die wenigen Menschen, die in diesem Land leben, trotzen langen, schneearmen Wintern mit bis zu -50 Kältegraden und freuen sich auf kurze, aber warme Sommer.

Rückbesinnung auf sich selbst

Im zwölften Jahrhundert einte Dschingis Khan die mongolischen Stämme zu einem Staat, der zu einem Weltreich wuchs und 1543 zerfiel. Ein Nachfolge-Staat fiel an China und wurde nach der Chinesischen Revolution 1911 als heutige Mongolei unabhängig. Die enge Anbindung an die Sowjetunion brachte den Versuch einer Planwirtschaft mit sich. Seit den ersten freien Wahlen 1990 stabilisieren sich Demokratie und Wirtschaft. Die jüngste Parlamentswahl fand 2016 statt.

Bildung: Der Schlüssel zur Zukunft

Der wirtschaftlichen Misere der 90er Jahre fiel insbesondere das Bildungssystem zum Opfer. Trotz allgemeiner Schulpflicht sind Schulen und Kindergärten oft überfüllt; auf dem Land fehlen sie in weiten Teilen. Wohnmöglichkeiten für Schulkinder aus Nomadenfamilien gibt es nur wenige. Trotz kostenlosen Schulbesuchs können viele Eltern Uniform und Unterrichtsmaterial nicht bezahlen. Viele Jugendliche bleiben zu Hause und flüchten sich in Alkohol, Gewalt und Drogen.

Ein Schritt voran, zwei zurück

Mit der Einstellung der Moskauer Wirtschaftshilfe und dem Abzug der osteuropäischen Experten fiel das Land jedoch zunächst in eine Krise. Die Menschen zogen zur Arbeit in die Stadt, schafften den raschen Wechsel zur Marktwirtschaft aber nicht. Zu viele versuchten sich wieder in Viehwirtschaft und vernichteten ihre Existenzgrundlage durch Überweidung. Von der Erholung der Wirtschaft profitieren sie noch kaum. Vor allem gesunde Nahrungsmittel sind für sie unerschwinglich.

Gesundheit! Leicht gesagt...

Etwa 30 Prozent der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen. Und wegen der hohen Lebensmittelpreise sind 6,3 Prozent der Kinder unterernährt. Die Knochenerkrankung Rachitis ist weit verbreitet, denn während der langen Winter reicht die Sonneneinstrahlung nicht zur Bildung von genügend Vitamin D. Mangels Vorsorge leiden immer noch viele der Kinder an den körperlichen und psychischen Belastungen der mit der Krankheit einhergehenden Knochenverkrümmungen.

Unterstützung und Hilfe

Die Mongolei leistet vieles aus eigener Kraft. Dennoch ist das Land auf zusätzliche Hilfe von außen angewiesen. Die Einbindung in die internationale Staatengemeinschaft, die Mitgliedschaft in der UNO und ihren Unterorganisationen und in der ASEAN, der Weltbank und der Asiatischen Entwicklungsbank sind auf politischer Ebene eine wichtige Hilfe. Karitative und Nicht-Regierungsorganisationen konzentrieren sich auf die Verbesserung der alltäglichen Lebenssituation der Menschen. Sie bieten Hilfe und Unterstützung vor allem in den Bereichen Gesundheit und Bildung und tragen so dazu bei, den Menschen Mut und neue Perspektiven für eine bessere Zukunft zu geben.

Hilfe für Kind, Familie und Umfeld

World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Unterstützung von Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. World Vision arbeitet seit über zehn Jahren in der Mongolei, wo nötig mit Katastrophenhilfe und langfristig durch Regional-Entwicklungsprojekte, die das Ziel verfolgen, der Bevölkerung zu einem besseren Lebensstandard zu verhelfen.