Mauretanien - hier bin ich zu Hause

Mauretanien, das Land am Atlantik mit Grenzen zu Marokko, Algerien, Mali und Senegal, erscheint landschaftlich wenig abwechslungsreich. Das Faszinierende an diesem Land ist Sand, Sand, Sand und – Sand.

Sand, Sand, Sand und – Sand

Mehr als 80 Prozent sind Teil der Sahara. Hinter der Küste dehnt sich ein weites Tiefland. Dahinter führt ein steiler Anstieg hinauf zum weithin ebenen Hochland mit einigen Sandsteinplateaus in der Landesmitte. Nur am Ufer des – einzigen – Flusses Senegal findet sich ein schmaler Streifen Ackerland. Kühler als 30 Grad wird es hier selten und eine kurze Regenzeit bringt nur geringen Niederschlag.

Viele Interessen - viel Zündstoff

Die schwarzen Völker, die hier lange in Oasen sesshaft waren, wurden um 1400 versklavt oder vertrieben. Nach Ende der französischen Kolonialzeit wurde das Land 1960 freie Republik, jedoch totalitär geführt und ohne demokratische Strukturen. Nach mehreren Militärputschen, der letzte im Jahr 2008, gibt es seit August 2009 eine demokratisch gewählte Zivilregierung. Die Lage ist friedlich. Aber Spannungen zwischen den Ethnien und mit muslimischen Fundamentalisten sind dauernder Zündstoff.

Kein Wasser in der Wüste

Nur für 56 Prozent der Menschen reicht das saubere Wasser. Geliefert wird es in – oft rostigen – Fässern. Durchfall, Bilharziose und Malaria gefährden die Bevölkerung. 70 Prozent der Kinder sind gegen Masern, aber nur 30 Prozent gegen andere Krankheiten geimpft. Gesundheitsstationen sind schlecht ausgestattet, das Personal kaum ausgebildet und Medikamente rar und teuer. AIDS breitet sich aus, weil Wissen über Ansteckung und Vorbeugung fehlt.

Viel Sand und wenig Chancen

Mit dem Export von Fischerei- und Eisenprodukten kann Mauretanien nur 60 Prozent der Importe finanzieren. Seit 2006 wird vor der Küste Erdöl gefördert, bisher aber in geringerem Maß als erwartet. Inflation und gestiegene Lebensmittelpreise sind zusätzliche Belastungen. Der geringe Getreideanbau ernährt die Bevölkerung nicht ganzjährig. Im Rahmen eines Schuldenerlasses wird nun Armutsbekämpfung statt Exporterhöhung gefördert.

Gutes Zeichen: Das Bildungsbewusstsein wächst

Bildung und Erziehung waren in Afrika immer Sache der Älteren in der Familie. Europäische Schulbildung sah man skeptisch. 55 Prozent sind daher Analphabeten. Wurden die schlecht ausgestatteten älteren Schulen mit ihren unqualifizierten Lehrern gemieden, besuchen die neuen Schulen mehr Kinder. Denn nun wird – statt nur in arabisch – auch in Französisch und Englisch unterrichtet. Die Bedeutung von Bildung nimmt spürbar zu.

Unterstützung und Hilfe

Trotz eigener Anstrengung und Maßnahmen braucht Mauretanien Hilfe und wird daher auf politischer Ebene international unterstützt. Karitative Organisationen konzentrieren sich auf die Verbesserung der Alltagssituation der Menschen – vor allem in den Bereichen Gesundheit und Bildung – und tragen so dazu bei, den Menschen neue Perspektiven zu geben.

Hilfe für Kind, Familie und Umfeld 

World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Die Unterstützung kommt immer dreifach an: bei den Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. In Mauretanien wird seit 1998 Katastrophenhilfe geleistet und es werden Entwicklungsprogramme durchgeführt, um der Bevölkerung zu einem besseren Lebensstandard zu verhelfen. Als wirksames Mittel zur Armutsbekämpfung stellt World Vision außerdem Mikrofinanzdienstleistungen zur Verfügung.