Mali - hier bin ich zu Hause

Vier sehr unterschiedliche Klima- und Landschaftszonen prägen das Bild des Landes im Nordwesten Afrikas, das zwischen Algerien und Mauretanien im Norden und der Elfenbeinküste im Süden liegt.

Zwischen Bergen, Wasser und Wüste

Die Sahara und die Sahelzone mit ihrer Dornbusch- und Grassavanne gehen in der Landesmitte in eine Baumsavanne über. Trennlinie zum Süden ist der Niger. Seine vielen Flussarme bilden ein breites Delta mit feuchtheißem Klima. Erst im fruchtbaren, feuchten Tiefland findet die Bevölkerung gute Lebensbedingungen – aber die Wüste dringt unaufhaltsam vor.

Von märchenhaftem Reichtum zu bitterer Armut

Das alte Königreich Mali war für seinen Reichtum durch Goldhandel berühmt. Lange lebte es unter Herrschaft arabisch-berbischer Völker. Im 19. Jahrhundert wurde aus Mali Französisch-Sudan. 1960 kamen Unabhängigkeit, ein zunächst sozialistischer Kurs und dann über 20 Jahre Militärdiktatur bis zu ersten freien Wahlen 1992. Ein Militärputsch stürzte das Land 2012 in eine Krise: Nach der einseitigen Unabhängigkeitserklärung des Nordens flohen viele Menschen aus ihrer Heimat; 250.000 von ihnen sind noch nicht wieder zurückgekehrt. Im März 2015 unterzeichneten die Regierung und die Rebellengruppen ein Friedensabkommen. Erst vor kurzem hat die Bundeswehr ihren Einsatz zur Ausbildung malischer Streitkräfte verlängert.

Am guten Willen fehlt es nicht

Traditionell ist Bildung in Afrika Sache der Großfamilie; dem europäischen Modell steht man skeptisch gegenüber. Geschätzte 76 Prozent sind daher Analphabeten. Jede Volksgruppe spricht ihre eigene Sprache, aber die Kinder lernen in der Schule schnell Französisch. Jedoch: Mangelhafte Unterrichtsqualität und Lehrerausbildung, überfüllte Klassen und in Dorfschulen oft die Pflicht, den Lehrer zu bezahlen, führen dazu, dass viele Kinder nicht die Schule besuchen.

Wüste auf dem Vormarsch

80 Prozent der Malier bauen im fruchtbaren Süden Reis, Hirse, Maniok und Süßkartoffeln für den Eigenbedarf und Baumwolle für den Export an, treiben Viehzucht oder Fischfang. Gold ist ein bedeutsames Exportgut, aber die verarbeitende Industrie wenig entwickelt. Bei ausreichend Regen kann das Land seine Bürger mit Nahrung versorgen. Aber immer öfter bleibt er aus, die Wüsten rücken vor und die Bevölkerung wächst schnell. Mali ist heute eines der ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder der Welt.

Aufklären und Vorsorge leisten

Ärzte und ausgebildete Hebammen fehlen. Nur acht Prozent der Kinder kommen mit ihrer Hilfe zur Welt; lediglich 20 Prozent sind ausreichend geimpft und 25 Prozent sterben früh. Nur 50 Prozent haben sauberes Trinkwasser und sanitäre Anlagen; Durchfallkrankheiten und Malaria sind die oft gefährliche Folge. Immer noch 92 Prozent der Mädchen werden „beschnitten“; das Infektionsrisiko dabei ist enorm. Die HIV-Infektionsrate ist für Afrika mit 1,5 Prozent noch relativ gering. Aber Aufklärung ist dringend nötig.

Hilfe für Kind, Familie und Umfeld 

World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Die langfristige Unterstützung von Entwicklungsanstrengungen armer Regionen kommt über Patenschaften immer dreifach an: bei den Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld.

World Vision arbeitet schon seit 1975 in Mali, hat in den 90er Jahren durch viele Impfprogramme, Wasserprojekte und Ernährungsprogramme in vielen Regionen zur Verringerung der hohen Kindersterblichkeit beigetragen und fördert jetzt insbesondere die Verbesserung der Bildungs- und Gesundheitssysteme. Als wirksames Mittel zur Armutsbekämpfung stellt World Vision außerdem Mikrofinanzdienstleistungen zur Verfügung.