Malawi - hier bin ich zu Hause

Das für afrikanische Verhältnisse kleine Binnenland im Südosten des Kontinents ist reich an landschaftlicher Schönheit und an Wasser – wirtschaftlich ist es eines der ärmsten der Welt. Allein der Malawi-See mit seinen grandiosen Sonnenuntergängen nimmt 20 Prozent der Fläche ein. Vielleicht erhielt nach ihnen das Land seinen Namen, der übersetzt Land des flammenden Wassers" bedeutet.

Land des flammenden Wassers

Dicht bewaldete Schluchten durchziehen die hohe Gebirgskette, die nordsüdlich durch das Land verläuft. Den Großteil des Landes bilden Hochebenen mit lichten Wäldern, Savannen und angenehmen Temperaturen. Bis auf lokale Ausnahmen ist das Land sehr regenreich. Weil zunehmende Rodungen in den letzten Jahren immer wieder zu Überschwemmungen führten, stehen heute elf Prozent der Fläche unter Naturschutz.

Aufbruch zur demokratischen Gemeinschaft

Mehrere Völker gründeten Ende des 16. Jahrhunderts gemeinsam das Königreich Malawi. Später geriet das Land in Folge von Zwistigkeiten unter die Kolonialherrschaft der Briten, die wegen des günstigen Klimas weitläufige Tabak- und Teeplantagen anlegten. 1964 erlangte das Land die Unabhängigkeit und wurde bis 1993 als undemokratischer Ein-Parteien-Staat regiert. Nach Zulassung anderer Parteien fanden 1994 erste freie Wahlen statt. Die jüngsten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen fanden im Mai 2014 statt und verliefen erneut friedlich.

Schule - der einzige Weg in die Zukunft 

Bis heute wird in Malawi Wissen durch Tanz und Gesang vermittelt. 36 Pozent der Erwachsenen sind Analphabeten. Schule hat keine Tradition, man steht ihr skeptisch gegenüber und englischsprachiger Unterricht baut zusätzliche Hürden auf. Seit Abschaffung der Grundschulgebühren steigen die Schülerzahlen, langsam steigen die Bildungschancen für Kinder in Malawi. Aber die Schulen sind schlecht ausgestattet und Lehrer wenig qualifiziert. Für viele sind die Nebenkosten zu hoch und die Schulwege zu weit. Nur 42 Prozent der Schüler erreichen die fünfte Klasse.

Befreiung aus der Schuldenfalle

Haupterwerb ist der Anbau von Tabak, Tee und Zuckerrohr. Er bringt 90 Prozent der Exporterlöse, die aber wegen fallender Weltmarktpreise, langer Transportwege und hoher Rohstoffkosten sinken. Wenige Gewinne bleiben im Land und Korruption tut ein Übriges. Seit 1964 braucht Malawi Kredite. Nun werden rasant gestiegene Zinsen zur Schuldenfalle und die Exportrate muss steigen – trotz kleiner werdender Anbauflächen, ausgelaugter Böden und Dürreperioden. Die Bevölkerung verarmt weiter und hungert.

Gesundheit - fast ein Fremdwort

Eine Krankenschwester für 1.800 Menschen, wenige Gesundheitsstationen und keine Ärzte – das ist die Lage. Impfaktionen erreichen bei weitem nicht alle Familien. Die traditionellen Heiler, an die man sich wendet, wissen wenig über Hygiene und Vorbeugung. Etwa 27 Prozent der Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und rund 40 Prozent keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen. Zu Cholera-Epidemien und Malaria kommt nun auch noch AIDS. Mit zwölf Prozent Infizierten unter den 15- bis 49-Jährigen gehört Malawi zu den am schwersten betroffenen Ländern.

Unterstützung und Hilfe

Malawi ist ein armes reiches Land. Auf politischer Ebene erfährt es Unterstützung bei der Entwicklung von Demokratie und Stabilität. Karitative und Nicht-Regierungsorganisationen kümmern sich um die Verbesserung der alltäglichen Lebenssituation der Menschen. Sie bieten Schulungen in Hygiene, Gesundheit und Ernährung, helfen beim Ausbau der Trinkwasserversorgung, erarbeiten Programme zur Schul- und Weiterbildung. Und tragen so dazu bei, den Menschen Mut und neue Perspektiven für eine bessere Zukunft zu geben.

Hilfe, die dreifach ankommt

World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Unterstützung von Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. In Malawi leisten wir Katastrophenhilfe und führen Entwicklungsprogramme durch. So wird zum Beispiel die Ernährungssicherung gefördert, um der Bevölkerung zu einem besseren Lebensstandard zu verhelfen.