Kongo - hier bin ich zu Hause

In Zentralafrika, auf Höhe des Äquators, liegt das drittgrößte Land des Kontinents: die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo, früher Zaire). 60 Prozent des Landes nimmt das Kongobecken ein, eine weite Ebene, die in allen Richtungen von Bergzügen bis zu 1.000 Metern Höhe begrenzt ist.

Reichtümer über und unter der Erde

In der Demokratischen Republik Kongo, die mehr als sechsmal so groß wie Deutschland ist, liegen die größten noch vorhandenen Regenwaldgebiete des afrikanischen Kontinents. Fast die Hälfte des gesamten Landes ist von diesem immergrünen Wald mit seinen unzähligen Pflanzenarten bedeckt. Hier leben Schimpansen und Berggorillas, Okapis und Waldbüffel, Löwen, Leoparden, Nashörner, Elefanten, Zebras, Schakale, Hyänen und zahlreiche Antilopenarten. Ein beindruckender Naturreichtum – auch unter der Erde: Die DR Kongo führt weltweit bei der Förderung von Kobalt und liegt bei Diamanten auf Rang vier. Die Vorkommen an Gold, Silber, Öl, Mangan, Kupfer, Uran sowie dem für die Computerchip-Herstellung wichtigen Coltan sind beträchtlich.
 

Armut trotz guter Voraussetzungen

Dieser Reichtum ist Segen und Fluch zugleich: Konflikte um Bodenschätze beherrschen die Region seit Jahrhunderten. Jahrzehntelange Ausbeutung und die jahrelangen Kriege haben DR Kongo zu einem der ärmsten Länder der Welt gemacht. Auf dem HDI-Index der Vereinten Nationen, der 188 Länder der Welt nach ihrem Wohlstand einordnet, belegt DR Kongo Platz 176. 90 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Nur knapp ein Viertel der Bevölkerung hat Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Ein zerstörtes Land

Die über 30-jährige, von Korruption und Vernachlässigung geprägte Herrschaft von Marschall Mobutu (bis 1997) und die darauffolgenden Kriege unter Beteiligung mehrerer afrikanischer Staaten (1996-2002) hinterließen ein zerstörtes Land, das sich unter der Führung von Präsident Joseph Kabila nur sehr langsam erholt. Der Osten des Landes ist bis heute nicht wirklich befriedet. In den Provinzen Nord- und Süd-Kivu und Oriental kommt es regelmäßig zu Kämpfen zwischen verschiedenen kongolesischen und ausländischen Rebellengruppen und den kongolesischen Streitkräften – mit dramatischen Auswirkungen für die Zivilbevölkerung. Willkürliche Gewalt gegen Zivilisten, sexuelle Gewalt gegen Frauen und Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten sind die schrecklichen Waffen dieses schmutzigen Kriegs. Die humanitäre Situation für die zusammen rund neun Millionen Einwohner der beiden Kivu-Provinzen zählt nach Aussage der Vereinten Nationen zu den schlimmsten weltweit. Ein weiterer Krisenherd sind Gebiete im Nordosten des Landes, die die ugandischstämmige „Lord´s Resistance Army" (LRA) als Rückzugsgebiet nutzt. Auch hier ist die humanitäre Lage äußerst schlecht.

Unterstützung und Hilfe

Seit Ende 1999 sind Blauhelme der Vereinten Nationen im Rahmen der MONUC-Friedensmission in DR Kongo stationiert. Deutschland ist seit mehr als 35 Jahren Entwicklungspartner der Demokratischen Republik Kongo und fördert Programme zur kurzfristigen Nothilfe bei Krisen wie auch zum langfristigen Aufbau des Landes. Das Auswärtige Amt unterstützt auch immer wieder Nothilfeprojekte von World Vision Kongo. Gemeinsam mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) verbessert World Vision aktuell die Wasser- und Gesundheitsversorgung sowie die Lernbedingungen für Kinder in der zur Nord-Kivu Provinz gehörenden Region Beni.