HIER BIN ICH ZU HAUSE – KENIA

Im Osten Afrikas am Indischen Ozean, umgeben von Somalia, Äthiopien, Uganda und Tansania, liegt Kenia. Die Landschaft ist großartig und bietet eine beeindruckende Vielfalt.

Vom Ostafrikanischen Graben zum Dach Afrikas

Der gewaltige Ostafrikanische Graben teilt Kenia in den flachen Osten und den bergigen Westen. Vom Indischen Ozean steigt das Land kontinuierlich an und erreicht mit dem Mount Kenia, 5.200 Meter, seinen Höhepunkt. Im Norden ist es sehr trocken, im Osten feuchtheiß und rund um Nairobi gibt es immergrüne Wälder. Das Hochland ist das ganze Jahr fruchtbar. Weite Teile des Landes bleiben jedoch trocken, vor allem im Norden und im Westen. Diese Gebiete werden oft von Dürren, Missernten und Hungersnöten heimgesucht.

Wo sich der Orient mit Afrika vermengt

Kenia ist geprägt von der frühen Vermischung typisch afrikanischer und arabischer Kulturelemente. Das Kisuaheli spiegelt dies wider, eine Bantusprache, angereichert mit vielen arabischen Worten. Schon bevor Kenia 1895 eine britische Kronkolonie wurde, erlebte es kulturelle Blüten, aber auch schreckliche Jahre der Sklavenjagd. Nach schweren Aufständen führte Jomo Kenyatta das Land 1963 in die Unabhängigkeit. Seit der Annahme einer neuen Verfassung 2010 ist Kenia eine Präsidialrepublik. Leider spalten Spannungen unter den Volksgruppen bis heute die Gesellschaft.

Erblast aus archaischen Zeiten

Die unterschiedlichen Traditionen der Kenianer als Nomaden, Siedler, Viehzüchter oder Bauern schaffen Probleme. Im Mittelpunkt steht die Größe der Viehherde. Sie bedeutet bis heute Prestige, Zahlungsmittel oder Währung für den Brautpreis. Daher sind Viehdiebstähle, Vergeltung, Vandalismus und Mord wegen der Herden nicht selten und hindern die Befriedung des Landes. Trotz Verbots ist die Genitalverstümmelung von Mädchen noch immer weit verbreitet.

Das wirtschaftliche Gefälle - gewaltig wie die Landschaft

Doch Kenias Wirtschaft blüht: Mombasa ist Umschlaghafen für die Binnenländer der Region; der Export von Tee, Kaffee, Zuckerrohr, Blumen und Tierprodukten ist bedeutend. Leider erreicht der Wohlstand kaum die ländliche Bevölkerung. Sie schuften auf mageren Böden und kleinen Parzellen. Denn das beste Land gehört den Reichen. Viele verarmen, wandern ab und enden arbeitslos in den Slums der Städte.

Bildung und Gesundheit - nicht für alle gleich

Trotz der fast kostenlosen Grundschule gehen die Kinder von Viehhirten und Kleinbauern nur wenige Jahre hin. Weiterführende Schulen kommen aus Kostengründen sowieso nicht infrage. Auch um die Kindergesundheit ist es schlecht bestellt: Geimpft sind nur 42 Prozent, Zugang zu sauberem Trinkwasser haben nur 61 Prozent. Offiziell sind 6,1 Prozent der Erwachsenen mit HIV infiziert – die Dunkelziffer dürfte weit größer sein.

Unterstützung und Hilfe

Kenia ist zwar die Drehscheibe des ostafrikanischen Handels und profitiert davon, konnte sich aber wegen Korruption, Klimawandel und Unruhen nie sozial und wirtschaftlich stabilisieren. Die Grundbedürfnisse der breiten Unterschicht bleiben ungestillt. So steht Kenia immer noch weit hinten auf Platz 145 von 177 Ländern nach dem vom UNDP aufgestellten „Index zur menschlichen Entwicklung“ (Deutschland: Platz 6). Verschiedene Organisationen engagieren sich, um den Menschen eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Hilfe für Kind, Familie und Umfeld 

World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Die Unterstützung kommt immer dreifach an: bei den Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. In Kenia werden seit gut 30 Jahren Entwicklungsprojekte durchgeführt und nach Bedarf Katastrophenhilfe geleistet. Etliche Projekte konnten bereits an die Bevölkerung übergeben werden, die nun eigenständig für einen besseren Lebensstandard sorgen kann.