Irak - hier bin ich zu Hause

Der heutige Irak liegt auf dem Gebiet des alten Mesopotamien. Dort entstanden bereits 4.000 Jahre vor Christus Hochkulturen. Die Region wird daher auch als „Wiege der Zivilisation“ gesehen. Heute ist der Irak vor allem aufgrund andauernder Konflikte im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Regionale und internationale Mächte wie die USA und Russland, Iran und Saudi Arabien haben großes Interesse an dem Land, das erhebliche Ölvorkommen hat. Nach dem Sturz des Diktators Saddam Hussein 2003 gelang es nicht, stabile staatliche Strukturen aufzubauen. Die Folge: gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen, die Tausende Todesopfer gefordert haben. Viele Familien flüchteten, um sich und ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. Inzwischen wirkt sich auch der Bürgerkrieg im benachbarten Syrien stark auf das Land aus.

Anhaltende Flüchtlingsströme

Bereits unter der Herrschaft Saddam Husseins verließen Iraker ihr Land, um staatlicher Verfolgung zu entgehen. Seit dem Sturz des Diktators ist aufgrund der innerstaatlichen Auseinandersetzungen der Flüchtlingsstrom stark angeschwollen. Das Übergreifen des Bürgerkrieges in Syrien hat nun eine weitere große Flüchtlingswelle ausgelöst.

Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen wurden seit Januar 2014 3,3 Millionen Iraker vertrieben. Dazu kommt etwa eine weitere Million Menschen, die bereits davor in ihrem eigenen Land auf der Flucht war. Betroffen sind besonders ethnische und religiöse Minderheiten wie Christen, Jesiden und Turkmenen. Darüber hinaus hat der Irak selbst rund 270.000 Flüchtlinge aufgenommen, mehrheitlich aus Syrien. Die meisten Flüchtlinge leben zurzeit in der Autonomen Region Kurdistan.

Was die Menschen im Irak derzeit am meisten brauchen, ist Schutz vor kriegerischen Auseinandersetzungen und Menschenrechtsverletzungen. Besonders die Kinder leiden darunter. Binnenvertriebene und Flüchtlinge benötigen Unterkünfte, Nahrungsmittelhilfe und Zugang zu Wasser, medizinischer Versorgung und Bildung. Die Wirtschaft ist stark zurückgegangen. Dadurch ist es für Binnenvertriebene und Flüchtlinge noch schwerer, Zugang zum Arbeitsmarkt und damit zu Einkommen zu bekommen.

Soforthilfe im Nordirak 

Die Lage im Nordirak hat sich seit Anfang 2014 immer weiter zugespitzt. Inzwischen sind Hunderttausende Frauen, Männer und Kinder auf der Flucht vor den Kämpfern des „Islamischen Staates“ und den militärischen Gegenoffensiven. Täglich kommen neue Flüchtlingsgruppen in den Kurdengebieten an. Die Kinder und ihre Familien leben unter schwierigsten Bedingungen in Gemeinschaftszentren, Kirchen, Zelten oder bei Gastfamilien. Sie brauchen Nahrung, Wasser, Hygieneartikel, Decken und ein Obdach, das sie vor der Witterung schützt.
 

World Vision im Irak

World Vision leistet humanitäre Hilfe für die Flüchtlinge, die in den kurdischen Gebieten im Nordirak Zuflucht gesucht haben. Die Lage ist kritisch: Viele Flüchtlinge müssen die Schulen wieder verlassen, in denen sie vorübergehend untergekommen sind, da das Schuljahr wieder anfängt und in den Klassen Unterricht stattfindet. Es mangelt an Unterkünften und sanitären Einrichtungen.