Indonesien - hier bin ich zu Hause

Ob sie je alle gezählt wurden ist nicht sicher. 17.000 Inseln sind es aber mindestens, die Indonesien mit einer Fläche von zwei Millionen Quadratkilometern zum größten Inselstaat der Welt machen.

 

Inseln. Nichts als Inseln

Viele Inseln liegen im tropen-heißen Klima zwischen Indischem Ozean, Südchinesischem Meer und Pazifik. Gerade einmal 6.000 sind bewohnt, denn – noch – sind 60 Prozent des Landes von Urwald und Mangroven bedeckt. Aber paradiesisch friedlich ist es hier nicht immer. Auf vielen Inseln gibt es ethnische oder religiöse Konflikte. Auch Vulkane sind noch aktiv und unter dem Meeresspiegel meldet sich die Erde immer wieder mit Seebeben und gefährlichen Tsunamis zu Wort.

Von Handel und Politischem Wandel

Lage, Ressourcen und Bodenschätze begünstigen seit Jahrhunderten den Handel mit China, Europa und vor allem Indien. Von 1800 bis zur Unabhängigkeit 1945 war Indonesien holländische Kolonie. Bis zum Umsturz nach einer Wirtschaftskrise 1998 wurde es autoritär regiert, hat nun aber einen frei gewählten Präsidenten. Lokale Unruhen, Korruption und Naturkatastrophen behindern dennoch Fortschritt und Entwicklung.

 

Gesundheit - Glückssache

In abgelegenen, unterdurchschnittlich entwickelten Regionen wie Sumba oder West-Papua hat die Regierung trotz hohen wirtschaftlichen Beitrags zum Staatseinkommen (Bodenschätze in Papua) zu wenig in die ländliche Infrastruktur investiert. Die medizinische Grundversorgung ist daher völlig unzureichend. Die Kinder- und Müttersterblichkeit bei Geburten liegt hoch, der Zugang zu sauberem Trinkwasser fehlt zu 50 bis 90 Prozent. Und die Gefahr, dass sich HIV/AIDS dramatisch schnell ausbreitet, ist noch nicht gebannt.

 

Dem Wohlstand fehlt das Gleichgewicht

Die Stagnation nach der Asienkrise 1998 ist, trotz des Tsunami 2004, weitgehend überwunden – dank Tourismus, Export von Gold, Kupfer, Agrarprodukten und vor allem der weltgrößten Menge Flüssigerdgas. Die Armutsbekämpfung zeigt erste Erfolge: Nur noch sieben Prozent leben von einem, 42 Prozent jedoch von nur zwei US Dollar pro Tag. Aber: Der neue Wohlstand ist nicht gleichmäßig verteilt. Bei der einheimischen Bevölkerung in entlegenen Provinzen wie West-Papua und Sumba kommt er nicht an.

 

Der Weg zur Bildung - oft zu weit

Auch der Bereich Bildung ist in den entlegenen Gebieten viel schlechter entwickelt als im Land insgesamt. Die Quote der Einschulungen liegt unter 50 Prozent gegenüber 94 Prozent landesweit, die der Schul-Abschlüsse weit unter dem Durchschnitt von 60 Prozent. Viele Kinder müssen zu Hause mitarbeiten, weiterführende Schulen sind oft zu weit entfernt und die Kosten für Internate, Unterkunft, Verpflegung, Schulkleidung und -material meist unerschwinglich.

Unterstützung und Hilfe

Indonesien hat viele Chancen, aber auch Probleme, die es nicht alleine lösen wird. Hierbei erhält es Hilfe auf politischer Ebene. Karitative Organisationen konzentrieren sich auf die Verbesserung der Alltagssituation der Menschen – vor allem in den Bereichen Gesundheit und Bildung – und tragen dazu bei, der Bevölkerung Mut und neue Perspektiven zu geben.

Hilfe für Kind, Familie und Umfeld

World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Die Unterstützung kommt immer dreifach an: bei den Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. World Vision arbeitet seit über 20 Jahren in Indonesien, wo nötig mit Katastrophenhilfe und langfristig durch Regional-Entwicklungsprojekte, um der Bevölkerung zu einem besseren Lebensstandard zu verhelfen.