Indien - hier bin ich zu Hause

Indien hat die siebtgrößte Fläche der Welt, nach China die meisten Staatsbürger, Teile der höchsten Gebirgskette, gewaltige Flüsse, eine beeindruckende landschaftliche Vielfalt. In Indien ist fast alles:

Weiter – größer – höher

Die nördliche Grenze des Landes bildet die Himalayaregion, das „Dach der Welt“, mit seinen riesigen Bergen. 3.000 Kilometer südlich davon liegen im Indischen Ozean vorgelagerte Inselgruppen mit vielen paradiesischen Stränden. Dazwischen liegen in breiten tropisch-heißen, fruchtbaren Ebenen die mächtigen Ströme Ganges und Brahmaputra, gemäßigte mittelhohe Bergregionen und trockene weite Wüstenlandschaften, aber auch Sümpfe. Der höchste Punkt des Landes liegt 8.598 Meter hoch an der Grenze zu Nepal, der tiefste in einer Senke zwei Meter unter dem Meeresspiegel.

Stabiles System unter Spannung

Indien hat eine alte Hochkultur mit bewegter Geschichte. 1947 erlangte das Land seine Unabhängigkeit vom British Empire. Seitdem ist das Land eine stabile Demokratie – die „größte Demokratie der Welt“. Zugleich mit der Unabhängigkeit erfolgte die Abtrennung des muslimischen Pakistan. Drei Kriege und heftige Grenzkonflikte hielten beide Länder in ständiger Spannung - bis heute.

Vorbestimmt – auch bei der Bildung

Allgemeine Schulpflicht von sechs bis 14 Jahren, kostenloser Schulbesuch und ein gut organisiertes Schulsystem einschließlich Hochschulen bieten gute Entwicklungschancen. Aber es gibt eine tiefe Kluft zwischen hohen und niederen Kasten, zwischen Reich und Arm und auch zwischen Mann und Frau. Im jeweils zweiten Fall sieht es stets schlechter aus mit der Chance auf Bildung. 39 Prozent aller Inder und 50 Prozent der Frauen sind Analphabeten. Auf dem Land ist die Schulabbrecherquote deutlich höher als in der Stadt. Zusätzlich fehlt noch ein gutes Berufsbildungssystem.

Die Kluft wird breiter

Industrie, Dienstleistungs- und Technologiesektor – und damit eine wachsende, wohlhabende Mittelschicht – haben sich rasant entwickelt. Von der wirtschaftlichen Entwicklung profitieren allerdings nur die Wenigsten und das soziale Gefälle nimmt zu. 80 Prozent müssen mit zwei US-Dollar pro Tag auskommen und 300 Millionen Menschen leben in absoluter Armut. Das sind mehr Menschen als auf dem afrikanischen Kontinent leben! Und 43,5 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren sind unterernährt.

Gesund ist, wer es sich leisten kann

In den Armutsgebieten in Städten wie auf dem Land fehlen weitgehend sauberes Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen. Infektionen und Krankheiten wie Tuberkulose oder Malaria werden für die unterernährten, geschwächten Menschen schnell gefährlich. Das Gesundheitswesen wurde zwar ausgebaut, hat aber noch große Mängel. Landbewohner, Arme und Frauen profitieren oft wenig von den Fortschritten.

Unterstützung und Hilfe

Indien ist ein Schwellenland mit großen Chancen, aber auch mit gewaltigen Problemen. Auf politischer Ebene wird das Land vor allem bei der Armutsbekämpfung unterstützt. Zahlreiche karitative Organisationen konzentrieren sich auf die Verbesserung der Alltagssituation der Menschen, vor allem in den Bereichen Gesundheit und Bildung, und tragen so dazu bei, ihnen Mut und neue Perspektiven zu geben.

Hilfe für Kind, Familie und Umfeld

World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Die Unterstützung kommt immer dreifach an: bei den Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. World Vision arbeitet seit 1978 in Indien, wo nötig mit Katastrophenhilfe und langfristig durch Regional-Entwicklungsprojekte. So werden zum Beispiel Schulprojekte und Selbsthilfegruppen gefördert, um der Bevölkerung zu einem besseren Lebensstandard zu verhelfen.