Honduras - hier bin ich zu Hause

Ginge es nach Vielfalt und Schönheit alleine, wäre Honduras ein reiches Land: Im Norden die Karibik mit einem der schönsten und größten Korallenriffe der Welt. Im Süden der Pazifik mit trockenen Wintern.

 

Paradies mit Hindernissen

Fruchtbare Bananenplantagen im tropischen Küstenland, Berglandschaften und Wälder im Landesinneren, zwei Küsten, die Fischerei ermöglichen, Klimazonen, die sich für die Landwirtschaft eignen und im Nordosten nahezu unberührter Regenwald. Aber ökologische Unvernunft, politische Instabilität und immer wieder verheerende Wirbelstürme – wie „Mitch“, der 1998 über 5.000 Menschen tötete und neu geschaffene Infrastruktur zunichte machte – verhindern, dass dieser Reichtum das Leben der Menschen verbessert.

Mühsamer Weg in die Zukunft

Mit der Landung der Konquistadoren fand die tausende Jahre lange Maya-Geschichte des Landes ein rasches Ende. Kriege und Krankheiten drängten die Ureinwohner zurück. Aber auch nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit von Spanien 1821 machten politische und wirtschaftliche Unvernunft das Land zur notorischen „Bananenrepublik“. Erste Reformansätze zur Armutsbekämpfung gibt es seit 1957. Durch seine Verfassung ist Honduras seit 1982 ein demokratischer Rechtsstaat mit klassischer Gewaltenteilung. Diese demokratische Tradition wurde durch einen Staatsstreich 2009 unterbrochen, im gleichen Jahr mit der Wahl zum Staatspräsidenten aber auch wieder fortgeführt.

 

Die Chancen sind da...

Der Anbau von Bananen und Kaffee, Tierzucht und Fischerei und ganz allmählich aufkommender Tourismus – dass dies nicht weit mehr Menschen Nahrung und Wohlstand bietet, liegt hauptsächlich an fehlender Bildung. Schule ist zwar kostenlos, aber Bücher und Lehrmittel sind für arme Familien unerschwinglich und auf dem Land fehlen die Lehrer. Viele schließen die Schule nicht ab und bleiben Analphabeten. Die Folge ist ein Mangel an Fachkräften, der die Entwicklung in allen Bereichen hemmt.

 

Noch weniger - geht nicht

Über 80 Prozent der Menschen in Honduras leben als landwirtschaftliche Selbstversorger. Ein Viertel davon lebt von weniger als einem US-Dollar pro Tag. Geeignetes Saatgut und Geräte zur Steigerung der Erträge fehlen. Ausbildung als Weg aus der Armut ist daher oft unbezahlbar. Die Folge sind fehlende Perspektiven und Terrorisierung ganzer Gebiete durch Jugendbanden - oder die Auswanderung der Erwerbsfähigen in die USA.

 

Gesundheit - die Wurzel alles Guten

Vor allem Kleinkinder leiden unter unzureichender medizinischer Versorgung und fast die Hälfte ist unterernährt. Impfung, Untersuchung oder Behandlung kennen sie nicht. Auch sauberes Trinkwasser, sanitäre Anlagen und Müllentsorgung fehlen weithin. Durchfall-, Haut- und Augenkrankheiten, Cholera und die tückische Chagas-Krankheit, die schleichend das Verdauungs- und Nervensystem angreift, schwächen und gefährden vor allem die armen Bevölkerungsschichten.

Unterstützung und Hilfe 

Honduras ist das drittärmste Land in Lateinamerika. Auf politischer Ebene erfährt es Unterstützung bei der wirtschaftlichen Entwicklung, im Kampf gegen Hunger und Armut oder bei der Entschuldung. Karitative und Nicht-Regierungsorganisationen konzentrieren sich auf die Verbesserung der alltäglichen Lebenssituation der Menschen. Sie bieten Schulungen in Hygiene, Gesundheit und Ernährung, helfen beim Ausbau der Trinkwasserversorgung, erarbeiten Programme zur Schul- und Weiterbildung. Und tragen so dazu bei, den Menschen Mut und neue Perspektiven für eine bessere Zukunft zu geben.

Hilfe für Kind, Familie und Umfeld 

World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Die Unterstützung kommt immer dreifach an: bei den Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. In Honduras arbeitet World Vision seit 2004, wo nötig mit Katastrophenhilfe und langfristig durch Regional-Entwicklungsprojekte. Einer der Arbeitsschwerpunkte ist die Aids-Vorsorge, die zu einer verbesserten gesundheitlichen Aufklärung der Bevölkerung führt.