Ghana - hier bin ich zu Hause

In Westafrika, zwischen Togo und der Elfenbeinküste, liegt Ghana. Die Atlantikküste im Süden des Landes, die den Zugang zu Gold versprach, gab dem Land einst seinen Namen.

 

„Goldküste“ und artenreiches Hinterland

Bis auf zwei Hügelketten im Westen und Osten ist Ghana ein flaches, tropisch-heißes Land. Sein Bild prägen Regenwald, Savannen und im Landesinneren einer der weltgrößten Stauseen, der Volta-See. Vor allem in den Regenwaldgebieten hat sich eine große Pflanzen- und Artenvielfalt erhalten. Zwar werden für landwirtschaftliche Zwecke Waldbestände gerodet, zunehmend wächst aber das Bewusstsein für die Bedeutung von Naturschutz und Artenerhalt.

Der lange Weg zu Unabhängigkeit und Demokratie

Ab dem 15. Jahrhundert kamen wegen der Goldvorkommen erste Europäer nach Ghana. Durch eine intensive landwirtschaftliche Nutzung wurden Küstenlandschaft, Savannen- und Regenwaldgebiete weiter besiedelt. Die Kolonialisierung durch die Briten im 19. Jahrhundert weckte den Wunsch nach Unabhängigkeit, die 1957 erreicht wurde. Nach vielen Putschen und Militärregierungen hat sich Ghana heute zu einer relativ stabilen Präsidialdemokratie entwickelt.

 

Bildungskonzepte gibt es - die Umsetzung ist schwer

Am Reformwillen der Regierung fehlt es nicht. Die Grundschulgebühren wurden 2005 gestrichen, die Grundausbildung von neun auf elf Jahre verlängert, es gibt Schulen, die zur Hochschulreife führen und alternativ private und religiöse Schulen. Trotzdem gehen viele Kinder nicht zum Unterricht, weil einfachste Schulausstattung und qualifizierte Lehrer fehlen. Oft aber auch, weil Uniform, Bücher und Materialien zu teuer für die Familien sind oder Kinder zu Hause mitarbeiten müssen.

 

Wachstum, das nicht ankommt

Fast 60 Prozent der Bevölkerung sind selbstversorgende Kleinbauern. Den meisten Bauern fehlen zur Ertragssteigerung und Gewinnerzielung das Wissen und die Mittel. Holz und Gold, aber auch Kakao, Früchte, Tabak und Baumwolle sind Exportartikel. Aber die Gewinne der großen Plantagen kommen bei der Bevölkerung nicht an. Die Arbeitslosenrate beträgt 20 Prozent und die Inflationsrate 16,5 Prozent. Fast 44 Prozent leben von weniger als einem US-Dollar pro Tag. Ghana ist damit eines der ärmsten Länder der Welt.

 

Aufklären und Vorsorge leisten

Das ghanaische Gesundheitssystem wurde in den letzten Jahren verbessert. So ist die Zahl der geimpften Kinder gestiegen und die Sterblichkeitsrate gesunken. Weil oft aber noch sauberes Trinkwasser und sanitäre Anlagen fehlen und viele unterernährt sind, sind Infektionen und Tropenkrankheiten wie Malaria, Bilharziose, Cholera, Typhus oder der Befall mit Parasiten verbreitet. Die HIV-Infizierungsrate liegt bei 1,9 Prozent mit steigender Tendenz.

Unterstützung und Hilfe

Trotz vieler eigener Anstrengungen, Reformen und Leistungen braucht Ghana Hilfe von außen. Auf politischer Ebene wird das Land daher in vielen Bereichen unterstützt. Karitative und Nichtregierungsorganisationen konzentrieren sich auf die Verbesserung der alltäglichen Lebenssituation der Menschen. Sie bieten Hilfe und Unterstützung vor allem in den Bereichen Gesundheit und Bildung und tragen so dazu bei, den Menschen Mut und neue Perspektiven für eine bessere Zukunft zu geben.

 

Hilfe für Kind, Familie und Umfeld

World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Die Unterstützung kommt immer dreifach an: bei den Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. In Ghana arbeitet World Vision seit über 20 Jahren, wo nötig mit Katastrophenhilfe und langfristig durch Regional-Entwicklungsprojekte, um der Bevölkerung so zu einem besseren Lebensstandard zu verhelfen.