Dominikanische Republik - hier bin ich zu Hause

Pittoreske Buchten mit weißem Sand, blauem Wasser und Schatten spendenden Palmen, wildromantische Steilhänge und ausgedehnte Mangrovenwälder: Mit ihrer hunderte Kilometer langen Küste gleicht die Dominikanische Republik stellenweise einem wahr gewordenen karibischen Traum.

 

Faszinierende Natur – auch jenseits karibischer Klischees

Doch das Land, das sich die Insel Hispaniola mit dem Nachbarstaat Haiti teilt, hat noch viel mehr zu bieten als seine exotischen Strände. Mit ihren Gebirgszügen, den zahlreichen Flüssen und Wasserfällen und der Dornbuschsteppe im Südwesten gilt die Dominikanische Republik als Land mit der faszinierendsten Geografie der Karibik. Und auch kulturell hat das Land, das etwas größer ist als die Schweiz, viel zu bieten – etwa die koloniale Altstadt von Santo Domingo, die längst zum Weltkulturerbe der Menschheit zählt.

Jahrzehnte voller Gewalt

Nach der endgültigen Unabhängigkeit von der spanischen Krone 1865 folgten Jahrzehnte der Instabilität. Putschversuche, diktatorische Regimes, politische Morde und Besatzungen ließen das Land nicht zur Ruhe kommen. 1966 kam Joaquin Balaguer an die Macht und regierte mit einer Unterbrechung bis 1996. Hielt sich Balaguer anfänglich noch mit Polizeiterror an der Macht, so ließ er Mitte der Siebzigerjahre nach und nach rechtsstaatliche Strukturen zu. Seit 2004 stellt die Dominikanische Freiheitspartei (PLD) den Präsidenten, seit 2016 in einer zweiten Amtszeit mit Danilo Medina Sanchez.

 

Wohlstand nur für wenige

Mit einem Wirtschaftswachstum von durchschnittlich knapp sieben Prozent belegt die Dominikanische Republik im regionalen Vergleich einen Spitzenplatz. Eine spektakuläre Bankenpleite im Jahr 2003 und die Wirtschaftskrise 2008 hat das Land in relativ kurzer Zeit überwunden. Von dem steigenden Wohlstand profitiert aber nur eine kleine Schicht. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf. Für die Menschen am unteren Rand der Gesellschaft hat sich wenig zum Guten verändert. Viele leben in bitterer Armut.

 

Kein Geld für Bildung

Anders als beim Wirtschaftswachstum belegt die Dominikanische Republik bei den staatlichen Bildungsausgaben in Lateinamerika und der Karibik einen hinteren Platz. Entsprechend schlecht ist es um die Schulgebäude, die Qualität des Unterrichts und die Lehrerausbildung bestellt. Die Vernachlässigung des Bildungsbereichs gilt als eines der größten Entwicklungshemmnisse des Landes. Nur 82 Prozent der Kinder werden eingeschult, und viele von ihnen brechen ihre Schullaufbahn vorzeitig ab. Die Analphabetenrate liegt bei zwölf Prozent.

 

Kaum medizinische Versorgung

Vor allem in den ländlichen Regionen gibt es zu wenige Gesundheitsstationen und noch weniger ausgebildete Ärzte oder Fachpersonal. Außerdem fehlt vielen Eltern das notwendige Geld, ihre Kinder angemessen ärztlich behandeln zu lassen und die notwendigen Medikamente zu kaufen. Und so sterben statistisch von 1.000 Kindern 27 noch vor ihrem fünften Geburtstag. 14 Prozent der Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Gerade bei Kindern führt das zu gefährlichen Krankheiten.

Unterstützung und Hilfe

Die Dominikanische Republik hat Chancen, der Armut zu entkommen. Trotz erfolgreicher, eigener Anstrengungen braucht das Land aber auch weiterhin die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft. Karitative und Nicht-Regierungsorganisationen konzentrieren sich auf die Verbesserung der alltäglichen Lebenssituation der Menschen. So bietet World Vision Schulungen in Hygiene, Gesundheit und Ernährung an, hilft beim Ausbau der Trinkwasserversorgung und erarbeitet Programme zur Schul- und Weiterbildung. So gewinnen die Menschen Perspektiven für eine bessere Zukunft.