BURUNDI - HIER BIN ICH ZU HAUSE

Burundi wirkt auf der Landkarte Ostafrikas winzig: Im Westen und Osten liegen die großen Nachbarn Kongo und Tansania. Im Südwesten grenzt das Land an den Tanganjika-See, einen der größten Seen Afrikas.

Wie ein Zwerg zwischen Riesen

Das dicht besiedelte Land wird von einer hügeligen Hochebene mit Savannen und Wäldern durchzogen. Hier herrscht tropisch-feuchtes Klima mit angenehmen milden Temperaturen. Im Westen fällt das Hochland zum Marschland der Täler am Rande des Tanganjika-Sees ab. Zwei Regenzeiten bringen Niederschläge. Aber immer weniger lässt sich vorhersagen, ob und wann der Regen kommt. Und immer öfter bringt er Überschwemmungen und Erdrutsche mit sich.

Ein zutiefst verletztes Land

Nach jahrhundertelanger monarchischer Regierung wurde das Land 1884 der Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ zugeschlagen und wurde 1946 UNO-Mandat unter belgischer Verwaltung. 1959 begannen blutige Fehden zwischen Hutu und Tutsi, Präsidentenmorde und Putsche, die das Land für Jahrzehnte lähmen und Hunderttausenden grausam das Leben kosten sollten. 1962 wurde Burundi unabhängig. Nach mühsamen Verhandlungen wurden 2005 erstmals wieder Wahlen abgehalten. In einer dritten Amtszeit wurde 2015 entgegen der Verfassung und unter Boykott der Opposition Präsident Nkurunziza wiedergewählt. Damit wurde eine innenpolitische Krise ausgelöst, die bis heute andauert und das Land destabilisiert.

Spuren des Krieges - auch in den Schulen

Viele Gebäude wurden zerstört. Qualifizierte Lehrer wurden politisch verfolgt und sind geflüchtet. Damit fehlen die wichtigsten Bedingungen für gute Schulbildung. Der Unterricht ist zwar kostenfrei, aber der Weg zur Schule ist oft lang, die Klassen meist viel zu groß und das Unterrichtsangebot schlecht. Die Eltern sehen keinen Sinn im Schulbesuch, zumal Uniform und Material für viele zu teuer sind. Nur 60 Prozent der Kinder werden eingeschult und nur etwa zwei Drittel von ihnen erreichen die fünfte Klasse.

Der Natur ausgeliefert

Trotz einiger Bodenschätze ist Burundi ein reines Agrarland. 93 Prozent leben vom Anbau von Mais, Hirse, Maniok, Baumwolle, Bananen, Kaffee und Tee. Nutztiere können sich nur wenige leisten. Die Bevölkerung ist somit stark abhängig von Wetter und Umweltbedingungen. Im Bürgerkrieg wurde ein Großteil der Verkehrswege und Einrichtungen zerstört, die nötig wären, um der Wirtschaft wieder auf die Beine zu helfen. Mehr als 50 Prozent leben daher von weniger als einem US-Dollar pro Tag.

Das Gesundheitssystem ist krank

Das Gesundheitswesen hat unter dem Bürgerkrieg stark gelitten. Die wenigen Krankenhäuser sind vernachlässigt und es mangelt an Ärzten und Hebammen. Mütter und Kinder werden kostenlos behandelt, jedoch auf einfachstem Niveau. Ansonsten ist die Behandlung für Viele zu teuer. 66 Prozent sind mangelernährt. Krankheiten – oft durch verunreinigtes Wasser – setzen ihnen daher besonders zu. Als HIV-Infizierungsrate wird eine Dunkelziffer befürchtet, die hoch über den offiziell genannten 3,3 Prozent liegt.

Unterstützung und Hilfe

Burundi ist ein Land mit tiefen Wunden. Seine Probleme kann es alleine nicht bewältigen. Auf politischer Ebene und von internationalen Organisationen erhält das Land in vielen Bereichen Hilfe. Karitative und Nicht-Regierungsorganisationen konzentrieren sich auf die Verbesserung der alltäglichen Lebenssituation der Menschen durch Unterstützung bei der Verbesserung des Familieneinkommens, der Hygiene- und Gesundheitssituation oder der Schul- und Berufsbildung. So tragen sie dazu bei, den Menschen Mut und neue Perspektiven für eine bessere Zukunft zu geben.

Hilfe für Kind, Familie und Umfeld 

World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Die Unterstützung kommt immer dreifach an: bei den Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. In Burundi wird seit 1994 Katastrophenhilfe geleistet und es werden Entwicklungsprogramme durchgeführt. So wurde zum Beispiel die Landwirtschaft gefördert, um der Bevölkerung zu einem besseren Lebensstandard zu verhelfen.