BRASILIEN - HIER BIN ICH ZU HAUSE

Brasilien ist ein Land der Gegensätze. Dort gibt es Metropolen wie São Paulo, aber auch nahezu unbesiedelte Gebiete im Amazonasbecken, traumhafte Strände wie die Copacabana und zugleich ärmliche Behausungen wie die Favelas der Vorstädte, Menschen mit guter Bildung – und viele Kinder und Familien, die in Armut leben und kaum Perspektiven haben. 

Ein Land der Superlative

Als fünftgrößtes Land der Erde nimmt Brasilien fast die Hälfte des südamerikanischen Kontinents ein und ist der bevölkerungsreichste Staat Lateinamerikas. Hier sind weltweit die meisten Pflanzen- und Tierarten zu finden, wie zum Beispiel der Orchideen, Papageien und Kolibris. Durch das tropisch-subtropische Klima gibt es vor allem im ausgedehnten Amazonasgebiet mit seinem einzigartigen Regenwald im Nordwesten sowie im südlichen Pantanal reichhaltige Niederschläge. An der nordöstlichen Küste bringt die Meeresluft eine angenehme Abkühlung zu den hohen Temperaturen. Der Süden ist von starken Temperaturschwankungen geprägt. Im Winter kann es dort sehr kalt werden und südlich von São Paulo sogar schneien. 

Von der Kolonie zur Bundesrepublik

Nach mehreren Jahrhunderten als portugiesische Kolonie wurde Brasilien 1822 unabhängig und auf eine Monarchie folgte bereits 1889 die Republik „Vereinigte Staaten von Brasilien“. Nach der Zeit der Militärdiktatur von 1964 bis 1985 kehrte das Land zur Demokratie zurück und ist heute eine präsidiale Bundesrepublik.

Nicht alles läuft rund 

Mit Brasilien verbinden viele Menschen in erster Linie die wohl beliebteste Sportart der Welt: den Fußball. Dabei läuft im Land mit der größten Zuckerindustrie nicht alles rund. Nur wenige Menschen sind gut gebildet; mehr als 20 Prozent der Bevölkerung lebt am Rande des Existenzminimums. Die Vorstadtsiedlungen (Favelas) sind Ausdruck der weitverbreiteten Armut in den Städten und gleichzeitig ein gefährlicher Nährboden für Gewalt und Kriminalität. Der ländlichen Bevölkerung geht es nicht besser – ohne gute Bildungsmöglichkeiten haben Kinder auch dort kaum eine bessere Zukunftsperspektive.

World Vision in Brasilien

Im Jahr 1975 hat World Vision sein erstes Büro in Brasilien eröffnet und mit bislang 1.200 Entwicklungsprojekten das Leben von mehr als zehn Millionen Menschen verbessert. Kinder aus bedürftigen Familien bekommen nun Zugang zu Bildung und haben dadurch bessere Chancen im Berufsleben. Außerdem fördert World Vision Brasilien die Entwicklung armer Dörfer und Vorstädte mit nachhaltigen Projekten und leistet so langfristige Hilfe zur Selbsthilfe. Auf diese Weise soll die soziale Ungleichheit im Land Stück für Stück abgebaut werden – damit die junge Generation eine Chance auf ein Leben ohne Armut hat.