Sudan
Es ist das größte Land des Kontinents und das zehntgrößte Land der Welt: Mit einer Fläche von über 2,5 Millionen Quadratkilometern ist Sudan etwa siebenmal so groß wie Deutschland. Auch sonst hat das nordostafrikanische Land einiges zu bieten. Riesige Erdölvorkommen, zum Beispiel, warten noch darauf, erschlossen zu werden. Und mit Sanam hat Sudan eine historische Stadt, die zum Welterbe der UNESCO zählt.
Gewalt ist an der Tagesordnung
In den Medien ist Sudan allerdings mit ganz anderen Themen präsent. Seit Jahren bestimmen Bürgerkriege, Flüchtlingsdramen und Völkermord die Nachrichten aus dem afrikanischen Land. An der Spitze des Staates steht mit Umar Hasan Ahmad al-Baschir ein Präsident, gegen den ein Haftbefehl wegen Völkermords vorliegt – ein einmaliger Fall. Noch nie zuvor war der Internationale Strafgerichtshofs in Den Hag gegen einen amtierenden Staatschef vorgegangen. Gewalt, Korruption und Misswirtschaft sind an der Tagesordnung. Und so zählt Sudan nicht nur zu den größten, sondern auch zu den ärmsten Ländern der Welt.
Wenn viele helfen –
kann viel gedeihen
Ein missglückter Start
Schon die britischen Kolonialherren agierten unglücklich, als sie Süd- und Nordsudan zu einem Staat zusammenlegten und den Nordsudanesen die Macht übertrugen. Die hellhäutigeren Nordsudanesen betrachteten sich als Araber den dunkelhäutigen Südsudanesen überlegen – die Keimzelle eines tragischen Konflikts, der bis heute anhält. Auf die Unabhängigkeit 1956 folgten Jahrzehnte der Instabilität, gewaltsamer Unruhen und Bürgerkriege vor allem zwischen der Regierung im Norden und Aufständischen im Süden. Erst 2005 einigten sich die Kriegsparteien in einem Friedensabkommen. Seitdem regieren die Nationale Kongresspartei (NCP) und die südsudanesische Volksbefreiungsarmee gemeinsam das Land. Eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des Südsudan von der "Islamischen Republik" ist für Januar 2011 vereinbart. Beobachter befürchten, dass dann alte Spannungen erneut zutage treten und es zu neuem Blutvergießen kommt.
Größte humanitäre Krise
Ein weiterer Konflikt schwelt in Darfur, wo sich seit Jahren Angehörige verschiedener Volksgruppen bekämpfen. Als 2003 eine bewaffnete Rebellion ausbrach, reagierte die Regierung in Khartum mit brutaler Härte. Laut Angaben der Vereinten Nationen wurden etwa 2,7 Millionen Menschen vertrieben, etwa 200.000 Menschen starben in den Kämpfen oder auf der Flucht aufgrund von Krankheit und Entbehrung. Bis heute kommt die Region Darfur nicht zur Ruhe. Völkerrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung. Das Auswärtige Amt schätzt die Folgen des gewaltsamen Konflikts als eine der "derzeit größten humanitären und menschenrechtlichen Krisen" ein.
Auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen
Angesichts der anhaltenden Gewalt und Misswirtschaft, aber auch wegen des Wassermangels und fortschreitender Wüstenbildung blieben wichtige Entwicklungen im Land auf der Strecke. So gehört Sudan heute zu den ärmsten und am höchsten verschuldeten Ländern der Welt – trotz seiner Größe, seines Reichtums an Bodenschätzen und potenziell fruchtbaren Ackerlands. Weite Teile der Bevölkerung, gerade in den Flüchtlingsgebieten, sind von Nahrungsmittelhilfe abhängig. 41 Prozent der Kinder sind untergewichtig.
Viele Analphabeten
Die schlechte wirtschaftliche Lage, der Beschränkung der bürgerlichen Freiheiten und eine schwache Zivilgesellschaft beeinträchtigen auch Bildung, Wissenschaft und Forschung. Die Analphabetenrate liegt unter Männern bei 29 Prozent, unter Frauen sogar bei 51 Prozent. Schulbildung wird theoretisch zwar kostenfrei vom Staat angeboten, de facto aber nicht flächendeckend. Vor allem im Südsudan ist die Bildungssituation äußerst schwierig.
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Sudan in Zahlen
FLÄCHE
2.505.805 km2
(Dt. 360.000 km2)
EINWOHNER
39 Mio. (Dt. 82 Mio.)
WÄHRUNG
Sudanesische Pfund (SDG)
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SPRACHE
Arabisch (ca. 70 %), Englisch (vor allem im Südsudan) sowie mehr als 140 Stammessprachen
ZEITZONE
MEZ + 2 Stunden |
RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT

JUNG UND ALT
40,7 % der Bevölkerung sind unter 14 Jahre, 2,5 % älter als 65.
HIV-INFEKTIONSRATE
1,4 % der Erwachsenen |
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WIR SPRECHEN
26,1% Emakhuwa, 11,3% Xichangana, 8,8% Portugiesisch, 7,6% Elomwe, 6,8% Cisena, 5,8% Echuwabo, 32% andere mosambikische Sprachen, 1,6% andere Fremdsprachen
HIER LEBEN
Angehörige von mehr als 550 verschiedenen Stämmen. Im Norden überwiegend arabisch-islamische Bevölkerungsgruppen, im Zentrum und Süden des Landes sind nilotische Stämme vorherrschend |
Ein Vergleich
SUDAN
Lebenserwartung:
59 Jahre
Säuglingssterblichkeit:
72 von 1.000
Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren:
109 von 1.000
Analphabeten:
61,1%
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DEUTSCHLAND
79 Jahre
4 von 1.000
5 von 1.000
0,5% |
DIE GRÖSSTEN BERGE IM VERGLEICH
Deutschland: Zugspitze: 2.962 m Höhe
Sudan: Kinyeti 3.187 m
MENSCHEN PRO KM2
Sudan: 14-16
Deutschland: 236 |
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