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Kinder in Niger

Niger



Es gab eine Zeit, da ragten die nördlichen Ausläufer des Tschadsees kilometerweit in das Staatsgebiet des Niger hinein. Inzwischen zieht sich das Wasser immer öfter hinter die Grenzen zum Nachbarland Tschad zurück. Der Tschadsee ist weitgehend verschwunden aus dem westafrikanischen Land.

Wenn der Regen ausbleibt…



Dürre ist eines der größten Probleme in Niger. Der Staat ist mehr als dreimal so groß wie Deutschland, doch mehr als zwei Drittel der Landesfläche sind Sahara und unwirtliche Sahelzone. Das Klima ist heiß und trocken. Nur im Südwesten, wo der Niger, der drittgrößte Fluss Afrikas, das Land auf 650 Kilometern durchzieht, gibt es ausreichend Wasser für die Landwirtschaft. Und so leben hier auch die meisten der 15 Millionen Einwohner. In den vergangenen 100 Jahren hat der Sahelstaat 90 Prozent seiner landwirtschaftlichen Fläche an die Wüste verloren. In den nördlichen Teilen des Landes gibt es in letzter Zeit praktisch keine Niederschläge mehr. Immer wieder führen Dürren zu schweren Nahrungsmittelkrisen, bedrohen Hungerkatastrophen Millionen Menschenleben. Die Rate akuter Mangelernährung bei Kindern unter fünf Jahren liegt bei 16,7 %.
Frauen in Niger

Wenn viele helfen –
kann viel gedeihen


Bevölkerung wächst rasant



Gleichzeitig wächst die nigerianische Bevölkerung jährlich um 3,3 Prozent – eine der weltweit höchsten Wachstumsraten. Durchschnittlich acht Kinder bringt eine Frau in Niger zur Welt. So hat sich die Bevölkerung in den vergangenen drei Jahrzehnten verdreifacht. 61 Prozent der Menschen im Niger leben von umgerechnet weniger als 1 US-Dollar am Tag. Jedes sechste Kind stirbt, bevor es fünf Jahre wird. Nur 46 Prozent der Bevölkerung hat Zugang zu sauberem Wasser. Das Bildungsniveau ist erschreckend niedrig: Über 70 Prozent der Erwachsenen – vor allem auf dem Land – können nicht lesen und schreiben, wobei immer weniger Mädchen eine Chance auf Bildung bekommen. Die Regierung hatte 2001 zwar ein Spezialprogramm zum Bau von Schulen aufgelegt, doch das konnte mit dem rasanten Bevölkerungswachstum nicht mithalten.

Reich an Bodenschätzen



Hinzu kommen Korruption und politische Unruhen. Zuletzt kam es im Februar 2010 zu einem Militärputsch, nachdem sich Präsident Mamadou Tandja entgegen der ursprünglichen Verfassung für eine dritte Amtszeit zur Wahl gestellt hatte. Niger gehört heute zu den ärmsten Ländern der Welt. Auf dem HDI-Index der Vereinten Nationen, der 169 Länder der Welt nach ihrem Wohlstand einordnet, belegt Niger den drittletzten Platz. Gleichwohl steckt in dem Land viel Potenzial. Niger ist einer der größten Uranproduzenten der Welt und verfügt außerdem über Kohle, Gold, Eisen, Nickel Kupfer und Phosphat. Von diesen Ressourcen profitiert die Bevölkerung bisher allerdings kaum.
Jugendliche helfen beim Anbau
Weltkarte
Karte Niger

Niger in Zahlen



FLÄCHE
1.267.000 km2
(Dt. 360.000 km2)

EINWOHNER
13 Mio. (Dt. 82 Mio.)

WÄHRUNG
CFA-Franc
  AMTSSPRACHEN
Französisch

SPRACHE
Französisch, wichtigste Landessprachen sind Haussa, Djerma, Fulfulbe, Tamaschek (Tuareg)

ZEITZONE
UTC + 1 Stunde

RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT
94 % sunnitische Moslems 6 % Animisten und Christen


JUNG UND ALT
49,6 % der Bevölkerung sind unter 14 Jahre, 2,3 % älter als 65. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 53 Jahre.
  HIER LEBEN
Haussa (50 - 55 %),
Djerma (20 – 24%),
Tuareg (ca. 10%),
Peulh (unter 10%),
Kanouri (ca. 4%)
und kleinere (ca. 1,5%),
darunter Toubou, Araber, Gourmantché, Maouri.

Ein Vergleich



Niger

Lebenserwartung:
53 Jahre

Säuglingssterblichkeit:
114 von 1.000

Analphabeten:
71,3%
DEUTSCHLAND


79 Jahre


4 von 1.000


0,5%


DIE HÖCHSTEN BERGE IM VERGLEICH
Deutschland: Die Zugspitze ist mit 2.962 m der höchste Berg Deutschlands und des Wettersteingebirges

Niger: Der Mont Bagzane im Aïr-Gebirge ist mit 2.022 m der höchste Berg in Niger.

KLIMA
Semiarid bis vollarid; Regenzeit von Juli bis Sept./Okt. Von Nov. bis März sehr warm, April bis Juni sehr heiß (45°) und trocken, Juli bis Okt. z.T. sehr heiß und feucht. Durchschn. Niederschlagsmenge zwischen 150 und 500 mm/J.

Klima
MENSCHEN PRO KM2
Niger: 10,2
Deutschland: 236
Menschen

Wege in eine bessere Zukunft

Unterstützung und Hilfe

 
Die Bundesregierung fördert vor allem die ländliche Entwicklung und Dezentralisierung im Niger und hilft bei der Überwindung der Nahrungsmittelkrise. World Vision und das Auswärtige Amt kooperieren auch bei der Stärkung der lokalen Katastrophenvorsorge-Kapazitäten in einer Region, die häufig von Dürren und Überschemmungen betroffen ist. Aktion Deutschland Hilft finanziert die Versorgung malischer Flüchtlinge.

Auswärtiges Amt: Stärkung lokaler Katastrophenvorsorge in Zinder

Aktion Deutschland Hilft: Trinkwasser und sanitäre Anlagen für malische Flüchtlinge in Mangaize

Transparenzpreis 2010 DZI Spendensiegel Deutscher Spendenrat Aktion Deutschland Hilft
Hotline: 0800 - 0 10 20 22
Mo.-Fr. von 8:00 - 20:00 Uhr - kostenfrei


Spendenkonto:
Evangelische Kreditgenossenschaft,
Konto 8800, BLZ 520 604 10

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