Hallo, ich bin Obsi aus Äthiopien.

Junge aus Haiti

Haiti



Mit dem schweren Erdbeben vom Januar 2010 rückte Haiti in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Die Katastrophe brachte etwa 200.000 Menschen den Tod, Tausende haben ihr Zuhause verloren – fatal in dem ohnehin schon armen Land. Denn schon vor diesem Beben hat der kleine Karibikstaat mit großen Problemen zu kämpfen gehabt und galt als das "Armenhaus" der westlichen Welt – zugleich besitzt Haiti eine traumhafte Landschaft, ein buntes kulturelles Leben und tapfere Menschen, die sich nicht unterkriegen lassen.

Karibische Träume



Auf den ersten Blick könnte Haiti ein Urlaubsparadies sein. Der Staat teilt sich mit der Dominikanischen Republik die Insel Hispaniola im karibischen Meer. Die zwei großen Halbinseln Haitis sind von Bergzügen dominiert, die von vielen engen Tälern durchzogen werden. An der zerklüfteten Küste liegen viele natürliche Häfen und Buchten. Im tropisch-warmen Klima gedeihen Orchideen und Mangobäume, allerdings sind die Wälder durch intensive Abholzung stark verringert worden.
Mutter mit Tochter vor neuen Häusern in Haiti

Wenn viele helfen –
kann viel gedeihen


Ein krisengeschütteltes Land



Bis heute sind die Folgen einer jahrhundertelangen Geschichte der Unterdrückung und politischen Unsicherheit spürbar. Nach der Landung von Kolumbus 1492 haben die spanischen Kolonialherren die Urbevölkerung gnadenlos ausgebeutet und fast völlig vernichtet. Im 16. Jahrhundert verschleppten sie afrikanische Sklaven für die Arbeit auf den Plantagen nach Hispaniola. 1697 trat Spanien das heutige Haiti an Frankreich ab. 1804 wurde das Land ein unabhängiges Königreich, blieb aber weiter instabil. Es folgten Jahre der Besatzung, der Clan-Herrschaft, Aufstände und Militärregierungen.

Als 1990 Aristide erster gewählter Präsident Haitis wurde, erhofften sich die Menschen endlich Ruhe und Frieden. Doch bereits 1991 wurde er von der Armee gestürzt, bevor er 1994 mit der Unterstützung der USA zurückkehren konnte. Doch der Protest war so stark, dass auch UN-Truppen keine Stabilität bringen konnten, ebenso wenig wie der 1996 gewählte Präsident Preval. Das Volk litt unter dem wirtschaftlichen Niedergang und unter mehreren großen Flutkatastrophen und Wirbelstürmen.

Haiti heute



Landwirtschaftlich genutzt werden kann etwa ein Drittel des Landes, wobei große Flächen durch die Abholzung und Bodenerosion unfruchtbar geworden sind. Rund zwei Drittel der Haitianer leben von der Landwirtschaft, doch viele Nahrungsmittel müssen importiert werden. Exportiert werden beispielsweise Kaffee, Mangos und Zuckerrohr, jedoch waren die Verkehrswege auch schon vor dem Beben so schlecht, dass die Bauern ihre Produkte häufig gar nicht zum Hafen transportieren konnten. Mindestens 80 Prozent der Menschen lebten von weniger als umgerechnet 2 US-Dollar pro Tag – das Beben vom Januar 2010 wirft die Entwicklung des Landes noch einmal weit zurück. Nach dem Beben ist der Ausbruch der Cholera in den Lagern der Katastrophenflüchtlinge ein weiterer Schock für das krisengeschüttelte Land. Gerade die Ärmsten der Armen können sich kaum vor einer Ansteckung schützen, denn ihnen fehlt das, was für uns selbstverständlich ist: Sauberes Trinkwasser, sanitäre Anlagen und medizinische Betreuung.
Arzt engagiert sich im Wiederaufbau. Hier lesen

Leben im Zelt in Haiti, Fotostecke, 21 Bilder
Weltkarte Haiti
Karte Haiti

Haiti in Zahlen



FLÄCHE
27.750 km2
(Dt. 360.000 km2)

EINWOHNER
9,6 Mio. (Dt. 82 Mio.)

WÄHRUNG
1 Gourde = 100 Cent
  SPRACHE
Kreolisch (98%), Französisch (ca.10%)

ZEITZONE
MEZ -6 Stunden

RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT

80% Katholiken,  15% Protestanten,  5% sonstige,  über 90%, parallel weit verbreitet der Voodoo-Kult

  HIER LEBEN Menschen afrikanischer oder afrikanisch-europäischer Abstammung

JUNG UND ALT

38 % der Bevölkerung sind unter 14 Jahre, 3,4 % älter als 65.

HIV-INFEKTIONSRATE
2,2 % der Erwachsenen

Ein Vergleich



HAITI

Lebenserwartung:
61 Jahre

Säuglingssterblichkeit:
64 von 1.000

Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren:
87 von 1.000

Analphabeten:
51%
DEUTSCHLAND


79 Jahre


4 von 1.000


5 von 1.000


0,5%


DIE GRÖSSTEN BERGE IM VERGLEICH
Deutschland: Zugspitze: 2.962 m Höhe
Haiti: Chaine de la Selle 2.680 m

MENSCHEN PRO KM2
Haiti: 290
Deutschland: 236
Menschen

Wege in eine bessere Zukunft

Unterstützung und Hilfe



World Vision leistete schon wenige Stunden nach dem Beben Hilfe für die Betroffenen. Zunächst konzentrierten sich die Maßnahmen auf das Wesentlichste: Menschen bergen, Verletzte versorgen, Wasser und Nahrung verteilen, Notunterkünfte aufbauen. Heute geht es um den Wiederaufbau, aber auch um die Bewältigung zahlreicher Armutsprobleme.

World Vision Deutschland engagiert sich zum Beispiel gemeinsam mit Telkom und "Aktion Deutschland Hilft" für die Schulausbildung von Kindern in der neu entstandenen Stadt Camp Corail und ebnet 500 Jugenlichen den Weg zu einer Berufsausbildung. Auch beim Kinderschutz sind wir aktiv, etwa mit Programmen gegen Kinderprostitution und Kinderhandel sowie Hilfe für Straßenkinder.

Familien, die ihr Hab und Gut verloren haben, stehen wir mit Existenzgründungsmaßnahmen zur Seite. Sie sollen in die Lage versetzt werden, sich wieder aus eigener Kraft zu versorgen, und nicht länger auf Hilfe von außen angewiesen sein. Sie erhalten zum Beispiel Hühner als Grundlage für eine Zucht. In Lehrgärten lernen sie Setzlinge großzuziehen, die sie dann in ihrem eigenen Garten anpflanzen. Die Erträge dienen dem Eigenbedarf oder werden auf dem Markt verkauft. Andere Familien erhalten Kleinkredite mit denen sie sich eine kleine Schreinerei, Näherei oder einen Marktstand aufbauen können. Damit der Schritt in die Selbstständigkeit gelingt, bereiten wir die Kreditnehmer darauf mit entsprechenden Schulungen vor. Darüber hinaus engagiert sich World Vision Deutschland nach wie vor bei der medizinischen Versorgung, der Cholerabekämpfung und der Trinkwasserversorgung.

Im Bereich Katastrophenvorsorge fördern wir die Bewaldung von Hängen, um so Bodenerosion und Erdrutschen vorzubeugen. Die Reinigung von Kanälen dient der Bewässerung, aber auch dem Schutz vor Überschwemmung. World Vision-Büros anderer Geberländer decken weitere Bereiche ab, etwa den Bau von Übergangshäusern oder Nahrungsmittelversorgung. So kann die weltweite World Vision-Partnerschaft umfassende Hilfe leisten. Dabei arbeiten wir eng mit den Vereinten Nationen und anderen Hilfsorganisationen zusammen.

Für unsere Spender haben wir Projektbeispiele und Hintergrundinformationen in einer Broschüre zusammen gestellt.

Broschüre ansehen


Gestaltung von Gemeinschaftsflächen in Corail

Starthilfe für die neue Schule in Camp Corail

Schulbauprojekt in Corail

Einkommensförderung und Ausbildung in Pernier

HIV-Bekämpfung und Hilfe für von HIV/Aids betroffene Menschen in Haiti

Gesundheitsversorgung im Grenzgebiet zur Dominikanischen Republik

Betreuung und Schutz für Straßenkinder in der Grenzregion zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik  

Last Mile Mobile Solution (LMMS)
Transparenzpreis 2010 DZI Spendensiegel Deutscher Spendenrat Aktion Deutschland Hilft
Hotline: 0800 - 0 10 20 22
Mo.-Fr. von 8:00 - 20:00 Uhr - kostenfrei


Spendenkonto:
Evangelische Kreditgenossenschaft,
Konto 8800, BLZ 520 604 10