Hallo, ich bin Obsi aus Äthiopien.

Hier bin ich zu Hause – Armenien



Geht es um Armenien, so ist meist von Völkermord, Erdbeben, Wirtschaftskrise und Konflikten mit Aserbaidschan um Berg-Karabach die Rede. Dabei hat das kaukasische Land trotz aller Tragik viel zu bieten: eine große Geschichte, ein bedeutendes kulturelles Erbe und eine faszinierende Landschaft.

Das ganze Land ein Freilichtmuseum



Über 90 Prozent der Landesfläche liegen mehr als 1.000 Meter über dem Meeresspiegel. Charakteristisch für das kaukasische Land sind auch die vielen Seen. Angesichts der weit über 4.000 Baudenkmäler wird Armenien manchmal als Freilichtmuseum bezeichnet. Meder und Perser, Römer und Araber, Osmanen und Russen – sie alle haben ihre Spuren hinterlassen. Hier entstand die älteste christliche Nationalkirche der Welt und die berühmte Seidenstraße führte quer über das armenische Hochland.

Wenn viele helfen –
kann viel gedeihen


Aufbruch mit Rückschlägen



1991 löste sich Armenien von der Sowjetunion – ein schmerzhafter Prozess, begleitet von Vertreibungen, Massakern und einem Krieg mit Aserbaidschan, der die Beziehungen bis heute belastet. Auch das Verhältnis zur Türkei ist gestört. Armenien ist Mitglied im Europarat, es gibt also ein Mindestmaß an Rechtstaatlichkeit. Allerdings entwickelten sich die Präsidentschaftswahlen 2008 zu einer schweren innenpolitischen Krise, weil die Opposition das Ergebnis nicht anerkannte.

Lernen unter schwierigen Umständen



Trotz der oft schwierigen Lebensumstände ist Bildung den Menschen sehr wichtig. Allerdings wirken sich die wirtschaftlichen Probleme des Landes auch hier aus: Schulgebäude werden nicht ausreichend instand gehalten und beheizt, es fehlt an Lehrmaterial und an der notwendigen Ausstattung für die Klassenzimmer. Ein Teufelskreis, denn nur gut ausgebildete junge Menschen können das Land voranbringen.

Zwischen Hoffen und Bangen



Geschwächt durch das Erdbeben von 1988, brach die Wirtschaft Armeniens mit dem Niedergang der Sowjetunion vollends zusammen. Erst Ende der neunziger Jahre eingeleitete marktwirtschaftliche Reformen brachten das Land wieder etwas in Schwung. Die Industrie ist allerdings bis heute wenig entwickelt. Inzwischen ist auch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich spürbar. Weil die Weltmarktpreise für Rohstoffe extrem gefallen sind, mussten Bergbauunternehmen ihre Produktion zum großen Teil einstellen.

Gesundheit - eine Frage des Geldes



Gesundheit ist in Armenien eine Frage des Geldbeutels: Etwa 60 Prozent der Gesundheitskosten werden von den Patienten aus der eigenen Tasche bezahlt. Der Staat wendet weniger als 2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung auf. Für viele Armenier bedeutet das eine schier unüberwindbare Barriere zu notwendiger medizinischer Versorgung. Zudem fehlt den Krankenhäusern die notwendige Ausstattung und in den ländlichen Gebieten mangelt es an gut ausgebildetem medizinischem Personal.

Mein Zuhause in Zahlen



FLÄCHE
29.300 km2
(Dt. 360.000 km2)

EINWOHNER
2,97 Mio. (Dt. 82 Mio.)

WÄHRUNG
Dram
  AMTSSPRACHEN
Armenisch

SPRACHE
Armenisch, Russisch, Kurmandschi

ZEITZONE
MEZ +2 Stunden

RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT
4% Angehörige anderer christlicher Konfessionen
1% Jesiden 45% Muslime, 45% Äthioposch Ortodoxe Christen

JUNG UND ALT
18 % der Bevölkerung sind unter 14 Jahre, 11 % älter als 65. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 73 Jahre. .
  WIR SPRECHEN
98 % der Bevölkerung spricht Armenisch. Das Russische ist verbreitet, jedoch nur bei 1% als Muttersprache. Eine sehr kleine Minderheit spricht nordwestiranisches Kurmandschi.

HIER LEBEN
Von den offiziell 2,97 Mio. Einwohnern sind 98 % Armenier, außerdem Russen, Jesiden (Kurden) und Griechen

Ein Vergleich



ARMENIEN

Lebenserwartung:
73 Jahre

Ärzte pro 100.000 Einwohner:
370

Säuglingssterblichkeit:
22 von 1.000

Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren:
24 von 1.000

Einschulungsrate in der Grundschule:
99%

Kinder, die die 5. Klasse erreichen:
89%

Analphabeten:
0,5%
DEUTSCHLAND


79 Jahre


337


4 von 1.000


5 von 1.000


100%


100%


0,5%


DIE HÖCHSTEN BERGE IM VERGLEICH
Deutschland: Die Zugspitze ist mit 2.962 m der höchste Berg Deutschlands und des Wettersteingebirges

Armenien: Der erloschene Vulkan Aragaz ist Teil des Kleinen Kaukasus und mit 4.090 m der höchste Berg des Landes.

SONNENSTUNDEN PRO JAHR
Sommer: heiß, wolkenarm, trocken
Sonne
KLIMA
Winter: streng, je nach Region zwischen Dezember und März fast täglich Frost
Klima
MENSCHEN PRO KM2
Armenien: 100
Deutschland: 236
Menschen
38 Mio. Hühner, 22 Mio. Schafe, 35 Mio. Rinder, viele Zebras

Wege in eine bessere Zukunft

Unterstützung und Hilfe



Armenien hat Chancen, der Armut zu entkommen. Auf politischer Ebene wird vor allem beim Aufbau von Wirtschaft und administrativen Strukturen geholfen. Karitative Organisationen konzentrieren sich auf die Alltagssituation der Men schen. Sie helfen vor allem in den Bereichen Wirtschaftliche Entwicklung, Gesundheit und Bildung und geben ihnen so Hoffnung und Perspektiven für die Zukunft.

Hilfe für Kinder, Familie und Umfeld


World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nach haltige Hilfe zur Selbsthilfe. Die Unterstützung kommt immer dreifach an: bei den Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. World Vision arbeitet seit 1988 in Armenien, wo nötig mit Katastrophenhilfe und langfristig durch Regional-Entwicklungsprojekte, um den Menschen zu einem bessren Lebensstandard zu verhelfen.

Weiterführende Informationen


Länderinformation Armenien (PDF, 8 S., 1,7 MB)

World Vision Projekte in Armenien


Regional-Entwicklungsprojekt Armenien (PDF, 4 S., 1,2 MB)
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