Afghanistan
Ein trauriger Rekord: Afghanistan ist laut UN-Statistik das zweitärmste Land der Welt. Über 20 Jahre Krieg und Bürgerkrieg haben den Menschen großes Leid gebracht und die Infrastruktur fast völlig zerstört.
Die Lage
Afghanistan liegt zwischen Süd- und Zentralasien und grenzt an Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, China und Pakistan. Das Land ist ein Binnenstaat, hat also keinen direkten Zugang zum Meer und besteht zu drei Vierteln aus schwer zugänglichen Gebirgsregionen.
In Afghanistan fehlt es an allem: Ärzte und Medikamente, Krankenhäuser und Schulen müssen wieder aufgebaut werden. Industrielle Wirtschaftskraft ist kaum vorhanden, etwa 80 Prozent der Menschen arbeiten in der Landwirtschaft. Drei Viertel des afghanischen Staates besteht aus schwer zugänglichen Gebirgsregionen. Dazu kommt noch, dass die Bevölkerung immer wieder von Erdbeben, Erdrutschen, Überschwemmungen und verheerenden Kälteeinbrüchen heimgesucht wird – in einem ohnehin so armen Land führt das zu großer Not bis hin zu humanitären Katastrophen.
Familien auf der Flucht
Mehr als sechs Millionen Afghanen sind seit 1980 in die Nachbarländer Pakistan und Iran geflohen. Zwar kehrten viele Familien nach einiger Zeit zurück, doch die Kämpfe im Jahr 2001 lösten eine neue Flüchtlingswelle aus. Seit 2002 haben die Vereinten Nationen etwa vier Millionen Afghanen bei ihrer Rückkehr unterstützt, schätzungsweise leben jedoch noch drei Millionen im Exil.
Wenn viele helfen –
kann viel gedeihen
Kulturell reiche Wurzeln
Nicht immer war Afghanistan ein armes Land, das Volk verfügt über ein reiches kulturelles Erbe. Das Gebiet gehörte seit der Antike verschiedenen Königreichen an. Bis zum 10. Jahrhundert war die Region buddhistisch geprägt. Zahlreiche Stätten zeugen noch heute von der Kunstfertigkeit dieser Epoche, etwa die Überreste von Klöstern, ausgemalten Höhlen, Statuen und Festungsanlagen im Bamiyan-Tal, das ebenso zum UNESCO-Welterbe gehört wie das Minarett von Jam in der Provinz Ghor.
Die Geschichte wirkt bis heute nach
Das Gebiet des heutigen Afghanistans hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich und war immer wieder Schauplatz der Auseinandersetzungen ausländischer Machthaber. Unter anderem im 19. Jahrhundert, als die Kolonialmächte Russland und Großbritannien ihre Konflikte hier austrugen. Nach dem dritten Afghanisch-Britischen Krieg 1919 kam 1921 die Unabhängigkeit. 1979 marschierten die Sowjets in Afghanistan ein, trafen auf erbitterten Widerstand und verließen das Land 1989 wieder, woraufhin ein Bürgerkrieg ausbrach. Die Menschen litten unter der Armut, Dürren und den weit verstreuten Landminen. So starben während dieser Zeit schätzungsweise drei bis vier Millionen Afghanen am Hunger und 1998 Tausende bei einem Erdbeben. Die Taliban übernahmen die Macht und herrschten mit großer Härte. Viele Schulen wurden geschlossen, den Mädchen die Schulausbildung verboten und den Frauen weitgehende Rechte verweigert.
Afghanistan heute: Hoffnung trotz Gefahr
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 starteten die USA die Operation "Enduring Freedom", um das Talibanregime zu stürzen. Nach dem Fall des Taliban-Regimes wurde im Dezember 2001 eine Interimsregierung gebildet. Die internationalen Streitkräfte der ISAF haben das UN-Mandat, die Staatsorgane Afghanistans bei der Aufrechterhaltung der Sicherheit in Kabul und Umgebung zu unterstützen. Präsident Hamid Karzai, zunächst ein Übergangspräsident, ist seit 2004 gewähltes Staatsoberhaupt.
Mit großem internationalem Engagement versucht das Land wieder auf die Beine zu kommen. Dennoch gab und gibt es bis heute viele Tote auf beiden Seiten und zahlreiche Attentate und terroristische Angriffe. Das Auswärtige
Amt warnt dringend vor Reisen nach Afghanistan.
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Afghanistan in Zahlen
FLÄCHE
rund 652.000 km2
(Dt. 360.000 km2)
EINWOHNER
29 Mio. (Dt. 82 Mio.)
WÄHRUNG
1 Afghani = 100 Puls |
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SPRACHEN
Dari (50%), Paschtu (35%), zahlreiche weitere Sprachen
ZEITZONE
UTC +4,5 Stunden |
RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT 
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HIER LEBEN
Paschtunen ca. 42%, Tadschiken ca. 27%, Hazara und Usbeken je ca. 9%, zahlreiche kleinere ethnische Gruppen (Aimak, Turkmenen, Baluchi, Nuristani und andere).
JUNG UND ALT
44 % der Bevölkerung sind unter 14 Jahre, 2,4 % älter als 65. |
Ein Vergleich
AFGHANISTAN
Lebenserwartung:
47 Jahre
Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren:
257 von 1.000
Einschulungsrate in der Grundschule:
50%
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DEUTSCHLAND
79 Jahre
5 von 1.000
100%
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KLIMA
trocken und kontinental, heiße Sommer und kalte Winter
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MENSCHEN PRO KM2
Afghanistan: 38
Deutschland: 236 |
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