Kenia: Schutz vor Genitalverstümmelung
Die Situation
Trotz des offiziellen Verbots der Mädchenbeschneidung halten die Volksgruppen der Tugen, Ilchamus und Pokot im Westen Kenias bis heute an dieser gefährlichen Tradition fest. Dabei entfernen traditionelle Beschneiderinnen Teile des weiblichen Geschlechtsorgans. Der Eingriff ist jedoch eine körperliche und seelische Qual und ein hohes Gesundheitsrisiko. Schwere, oft tödliche Infektionen durch unsauberes Werkzeug und Komplikationen bei der Geburt sind häufige Folgen. Die Beschneidungszeremonie ist außerdem mit erheblichen Kosten für die Familien verbunden. So stürzen sich viele Eltern in finanzielle Not und können die Schulgebühren für ihre Kinder nicht mehr aufbringen.
Wie Ihre Projektpatenschaft hilft
Die Bevölkerung wird über die Gefahren der Genitalverstümmelung aufgeklärt, um so ein Umdenken anzustoßen. Hierzu arbeiten die World Vision-Mitarbeiter vor Ort mit den kenianischen Gesundheitsbehörden, einheimischen Frauenorganisationen und den örtlichen Kirchen zusammen. Ziel ist, die Beschneidungszeremonie allmählich durch alternative Rituale zu ersetzen.
Nicht selten verlieren die Mädchen, die sich gegen die Beschneidung entscheiden, die Gunst ihrer Familien. Der mit Kosten verbundene Besuch einer weiterführenden Schule rückt damit in unerreichbare Ferne. Da aber genau diese Bildung so wichtig ist für die Entwicklungschancen der Mädchen, kümmert sich World Vision um ihre Ausbildung. Seit Projektbeginn konnten schon 115 Mädchen, die sich der Beschneidung entzogen haben, mit Stipendien für die weiterführende Schule unterstützt werden.
Für Mädchen, die wegen Flucht vor Zwangsheirat und Beschneidung oder aufgrund mangelnder Unterstützung nicht bei ihren Familien leben können, werden mithilfe von World Vision Schlafräume an Schulen eingerichtet. Im letzten Jahr wurde ein solcher Schlafsaal an der Grundschule von Ng’ambo fertig gestellt und mit Betten und Matratzen ausgestattet. Für 120 Mädchen ist dieses Gebäude nun Zuflucht und Lebensmittelpunkt geworden. Im nächsten Jahr soll ein weiterer Schlafraum errichtet werden.
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