Swasiland

Hauptstadt: Mbabane

Wichtigste Sprachen:
Englisch und Siswati

Wichtigste Religionen: 

Christen 60 %, Islam 10 %, andere (Bahaitum und Mormonentum) 30 %

Nachbarländer: Mosambik und Südafrika 

Swasiland und Deutschland im Vergleich
Gesamtfläche: 17.363 km² (Deutschland: 357.021 km²)
Einwohner: 1,1 Mio. (Deutschland: 82 Mio.)
Säuglingssterblichkeitsrate: 108 von 1.000 (Deutschland: 4  von 1.000)
Lebenserwartung: 31 Jahre (Deutschland: 79 Jahre)
Analphabeten: 18 % (Deutschland: 0,5 %)
Pro-Kopf-Einkommen: 5.000 $ (Deutschland: 36.620 $)

Landschaft und Klima

Das Königreich Swasiland liegt zwischen Südafrika und Mosambik im südlichen Afrika. Die Hauptstadt ist Mbabane. Mit einer Fläche von über 17.000 Quadratkilometern ist Swasiland nach Gambia der zweitkleinste Staat Afrikas und etwa so groß wie das deutsche Bundesland Sachsen. Die Gebirgszone im Westen des Landes gehört zum südafrikanischen Binnenhochland. Nach Osten schließt sich ein Hügelland an, das wiederum nach Osten in flaches Land übergeht. Das Klima variiert je nach Höhenlage von tropisch bis gemäßigt. Immer wieder treten Dürren auf, weil Niederschläge ausbleiben.

Geschichte und Bevölkerung

Swasiland hat etwa 1,1 Millionen Einwohner. Der Großteil der Bevölkerung lebt in ländlichen Gebieten. Etwa 90 Prozent der Bevölkerung gehören dem Bantu-Volk der Swasi an. Menschen der Völker Sotho, Zulu, Tsonga sowie Weiße, Inder und Pakistani sind Minderheiten. Die Amtssprache im Königreich ist Siswati (Isizulu), Englisch ist Verwaltungs- und Bildungssprache. Außerdem wird Tsonga und Zulu gesprochen. Rund 60 Prozent der Einwohner Swasilands sind Christen. Sehr verbreitet sind außerdem traditionelle afrikanische Religionen. Traditionen, Bräuche und die gemeinsame Kultur haben großen Einfluss auf das moderne Leben in Swasiland. Die Swasis siedelten sich Mitte des 18. Jh. im heutigen Staatsgebiet an und gründeten das Königreich Swasiland. 1890 stellte sich Swasiland zum Schutz vor den Übergriffen der Buren (weiße Siedler meist niederländischer Abstammung) unter britischen Schutz. Der britische Hochkommissar in Südafrika wurde gleichzeitig Gouverneur des Protektorats Swasiland. Nach Erlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1968 wurde König Sobhuza II. Staatsoberhaupt. Seit er 1973 die Verfassung außer Kraft setzte und alle politischen Parteien verbot, wird Swasiland als absolutistische Monarchie geführt. Nach dem Tod von Sobhuza II., der 61 Jahre lang regiert hatte, zerrütteten von 1982 bis 1986 heftige Machtkämpfe das Land. Mit der Krönung des Königs Mswati III., der bis heute das Land regiert, festigte sich die Macht des Königshauses. Demokratisch regiert wird das Land bis heute nicht. Auch eine 2005 verabschiedete neue Verfassung schränkt die Macht der Königsfamilie kaum ein.

Wirtschaft

Die wichtigste Erwerbsquelle der Menschen ist die selbstversorgende Landwirtschaft, von der schätzungsweise 80 Prozent der Bevölkerung leben. Die bedeutsamsten landwirtschaftlichen Produkte sind Zuckerrohr, Holz zur Papierherstellung, Baumwolle, Mais, Tabak, Reis, Zitrusfrüchte, Hirse und Erdnüsse. In weiten Teilen Swasilands ist der Boden jedoch durch die übermäßige Nutzung als Weideland ausgelaugt. Der Bergbau war bis in die 70er Jahre eine weitere Einnahmequelle, spielt aber, seit die Eisenerzvorkommen zur Neige gingen, keine große Rolle mehr. Swasiland hat keine eigene Küste und ist daher im Handel beschränkt. Die Wirtschaft ist stark vom Handel mit dem Nachbarstaat Südafrika abhängig. Die Regierung hat in der Vergangenheit nach Expertenmeinung die Agrarexportbetriebe zu stark gefördert und dabei die Ernährungssicherung der Bevölkerung vernachlässigt. Die Exportzahlen sind gesunken, und die Arbeitslosenzahl liegt bei etwa 40 Prozent. Die politischen Umstände und die wiederkehrenden Dürren tragen dazu bei, dass rund ein Viertel der Bevölkerung hungert. Etwa die Hälfte der Swasis lebt unter der Armutsgrenze, also von weniger als umgerechnet einem US-Dollar pro Tag.

Bildung und Gesundheit

Nur die wenigsten Kinder in Swasiland besuchen eine Grundschule, viele von ihnen müssen die Schule verlassen, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Geschwister zu bestreiten. Jungen und Mädchen treiben diese Lebensumstände bereits in jungen Jahren in die Kinderarbeit als Viehhüter, Haushaltshilfe oder Tagelöhner. Verschärft wird die Armut in Swasiland durch die Verbreitung von HIV und AIDS. Das kleine Land ist weltweit am schlimmsten von der Ausbreitung des Virus betroffen: Fast 40 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren gelten als HIV-infiziert. Moderne Medikamente sind für die Mehrheit unbezahlbar, weshalb die Diagnose HIV-positiv den baldigen Tod bedeutet. Die AIDS-Epidemie hat nicht nur für die Erkrankten tragische Auswirkungen, sondern auch für die gesamte Gesellschaft. Arbeitskraft und Fürsorge der Menschen im Erwachsenenalter sind stark eingeschränkt. Besonders hart trifft das die Kinder: UN-Schätzungen zufolge leben im kleinen Königreich Swasiland zurzeit etwa 63.000 Mädchen und Jungen, die durch AIDS zu Waisen geworden sind. Oft lastet die gesamte Verantwortung für den Lebensunterhalt, die Versorgung der Angehörigen und nicht zuletzt für das eigene Wohlergehen auf den Schultern von Kindern, die manchmal noch nicht einmal das Teenageralter erreicht haben. Ohne Unterstützung von außen sind sie gänzlich überfordert und ohne Chance, dem Teufelskreis der Armut zu entkommen.

Traditionell haben Werte wie Nächstenliebe und Nachbarschaftshilfe enorm große Bedeutung in Swasiland. So sagte man noch vor wenigen Jahren, dass kein Waisenkind in Swasiland zu hungern brauche, weil die Nachbarn es aufnehmen würden. Doch angesichts der immer kleiner werdenden Zahl gesunder Erwachsener und der immer größer werdenden Zahl von Waisen ist dieser Anspruch leider nicht mehr zu erfüllen. Die Familien, Frauen oder Großeltern, die Waisen aufnehmen, kämpfen selbst täglich gegen die Armut. HIV und AIDS werfen die Entwicklung der Länder in allen Lebensbereichen zurück. Medizinisches Personal, Lehrer, Handwerker und andere Berufsgruppen, die Wissen weitergeben und für Entwicklung und Gesundheit sorgen, fehlen überall, und die schlechte Versorgungslage verschärft sich. Auch hinsichtlich der Lebenserwartung hält Swasiland zurzeit einen traurigen Weltrekord: Die Menschen werden hier durchschnittlich nur 31 Jahre alt. Seit 1975 vermittelt World Vision in Swasiland Patenkinder und leistet Entwicklungszusammenarbeit. Tausenden bedürftigen Menschen in zurzeit 14 Regional-Entwicklungsprojekten kommt die Hilfe von Paten aus verschiedenen Ländern zugute. Nach einer Dürre im Jahr 1992 ist WORLD VISION hier auch in der humanitären Nothilfe tätig. 

World Vision in Swasiland

World Vision Deutschland führt in Swasiland die beiden Regional-Entwicklungsprojekte Gilgal und Matsanjeni durch. 

Weiterführende Informationen:

Regional-Entwicklungsprojekt Gilgal (PDF, 4 S., 572 KB)  

Regional-Entwicklungsprojekt Matsanjeni (PDF, 4 S., 488 KB)  



 
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